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Formel I: Hamilton macht Rosberg die WM-Führung streitig

Lewis Hamilton hat am Sonntag den Großen Preis von Kanada gewonnen.
Lewis Hamilton hat am Sonntag den Großen Preis von Kanada gewonnen.
Foto: dpa

Im Taktik-Krimi von Kanada hat sich Sebastian Vettel nach einem Superstart verzockt und den fünften Montreal-Sieg von Lewis Hamilton nicht verhindern können.

Der deutsche Ferrari-Pilot musste sich im siebten Formel-1-Saisonrennen gegen den britischen Titelverteidiger im Mercedes geschlagen geben, weil Hamilton im Reifenpoker mit einem Boxenstopp weniger auskam. Den zweiten Alptraumtag in Serie erlebte WM-Spitzenreiter Nico Rosberg, der im zweiten Silberpfeil lediglich Fünfter wurde und in der Gesamtwertung nur noch neun Punkte Vorsprung auf Hamilton hat. Eine frühe Kollision mit seinem Teamkollegen und ein Fast-Unfall kurz vor Schluss kosteten Rosberg wertvolle Punkte im Titelkampf.

Ferraris falsche Reifentaktik

Auch Vettel konnte nicht ganz zufrieden sein. Am Start hatte er sich noch mit einem überragenden Manöver zunächst die Führung geholt. Doch die Ferrari-Strategen wählten die falsche Reifentaktik, sodass der Hesse am Ende Hamilton nicht mehr einholen konnte. Für Hamilton war es nach seinem Erfolg von Monaco vor zwei Wochen der zweite Sieg nacheinander. Sein Technik-Pech der ersten Saisonwochen scheint vorbei, der Weltmeister ist wieder in der Titelspur.

Nico Hülkenberg beendete das Rennen im Force India als Achter. Pascal Wehrlein steuerte seinen Manor als 17. ins Ziel und blieb erneut punktlos.

Das Rennen auf dem nasskalten Circuit Gilles Villeneuve hatte spektakulär begonnen. Vettel erwischte von Platz drei einen traumhaften Start und zwängte sich schon nach wenigen Metern an Hamilton vorbei, der am Samstag die 53. Pole Position seiner Karriere erobert hatte. Hinter Vettel lieferten sich Hamilton und Rosberg in der ersten Kurve ein knallhartes Duell um Rang zwei, die Vorderräder der Silberpfeile berührten sich. Die Folge: Rosberg musste kurz neben die Strecke ausweichen und reihte sich auf Rang neun wieder ein.

Wer ist die Nummer 1 bei Mercedes?

"Es war wirklich eine knackige Situation. Man kann niemandem die Schuld geben. Mit dem Start von Sebastian begann die Konfusion. Er ist gestartet wie eine Rakete", urteilte Mercedes-Teamaufseher Niki Lauda. Spätestens seit dem Rennen in Barcelona einen Monat zuvor, als Hamilton mit einem überharten Manöver für das Aus der beiden Mercedes-Fahrer gesorgt hatte, schwelt wieder die Diskussion um die stallinternen Verhaltensregeln. Das Duell von Montreal dürfte der Debatte neue Nahrung geben.