Gifhorn 

Tierschützerin rettet Lämmchen vor dem Schlachter

Tierschützerin Jennifer Breit mit Lamm Carly
Tierschützerin Jennifer Breit mit Lamm Carly
Foto: Sebastian Seidel

Vollbüttel. "Jedes Tier hat ein Recht auf Leben", ist die Einstellung von Tierschützerin Jennifer Breit. Mit ihrem Verein "Stark für Tiere" setzt sie sich deshalb dafür ein, dass aussortierte Nutztiere weiterleben können.

Vor knapp vier Wochen hat sie die beiden Lämmer Franklin und Carly aufgenommen. "Kümmerlinge sind nicht rentabel für den Schäfer", erklärt Breit. Im Normalfall wären die beiden Lämmer deshalb zum Schlachter gekommen.

Tag und Nacht aufgepäppelt

Aber nicht mit Breit: Liebevoll zieht sie die beiden Lämmer mit der Flasche auf. Zu Beginn mussten die Jungtiere zu jeder Tages- und Nachtzeit alle zwei bis drei Stunden die Flasche bekommen. Ein enormer Aufwand, da Breit neben dem Tierschutz, auch ihrem Beruf als Grundschullehrerin weiter nachgeht.

Auch der Erfolg ist nicht immer gewährleistet: "Franklin hat es leider nicht geschafft", erzählt die Tierschützerin sichtlich betroffen. Der kleine Schafbock ist vor ein paar Tagen gestorben.

Carly sucht ein neues Zuhause

Das andere Lamm scheint dagegen auf dem besten Weg. Neugierig schnuppert Carly in allen Ecken der Scheune, spielt mit den Hunden auf dem Hof von Jennifer Breit und nuckelt kräftig an ihrem Fläschchen. "Mittlerweile braucht Carly die Flasche nur noch alle vier Stunden", zeigt sich Jennifer Breit sichtlich erleichtert. "Morgen bekommt Carly auch wieder Gesellschaft", erzählt Breit. Sie wird ein weiteres Lamm zum Aufpäppeln aufnehmen.

Auch die Vermittlung der geretteten Tiere ist schwierig. Der Verein vergibt die Tiere nur an Abnehmer, bei denen die Lämmer nicht als Nutztiere betrachtet werden. Doch nur wenige Privatpersonen haben genügend Weidefläche, um ein Schaf artgerecht halten zu können. Mindestens 500 Quadratmeter Weide wird Carly brauchen, wenn er erstmal ausgewachsen ist.

Auch andere Tiere stehen im Fokus

Neben Lämmern setzt sich "Stark für Tiere" auch in anderen Bereichen ein. So vermitteln sie Legehennen, die sonst geschlachtet werden würden. "Den Hühnern wird das tägliche Eierlegen angezüchtet, was sie schnell auslaugt", erklärt die Tierschützerin. "Nach knapp einem Jahr sind sie nicht mehr rentabel genug." Allein in den letzten Tagen haben Breit und ihre Kolleginnen knapp 120 Hennen weiter vermittelt.

Zudem hat der Verein eine Kooperation mit einer rumänischen Tierärztin, die sich um Straßenhunde kümmert. In vielen osteuropäischen Ländern sind Straßenhunde ein großes Problem. Sie vermehren sich immer schneller, da sie auf der Straße niemand kastriert. "Um die Straßen zu säubern gibt es Dogcatcher" erklärt Breit. Diese bringen die Hunde dann in staatliche Auffangstationen, wo die Hunde in der Regel vergast werden.

Im Fokus der Kooperation steht vor allem Hilfe bei der Kastration von Straßenhunden. "Je mehr Hunde kastriert werden, desto weniger Straßenhunde gibt es", erklärt Breit. Immer wieder werden auch rumänische Hunde über "Stark für Tiere" nach Deutschland vermittelt.

Meggie sucht ein Zuhause

Auch für die 15 Jahre alte Hundedame Meggie sucht der Verein noch einen Abnehmer. "Meggie bewegt sich sehr viel und reagiert immer freundlich auf Menschen", erzählt Breit. Lediglich mit dem Gehör hat der Jack-Russell-Terrier seine Probleme. Seit einer Ohrenentzündung hört sie nur noch sehr laute Geräusche.

Alle Infos zum Verein "Stark für Tiere" findet ihr auf der Webseite oder auf der Facebook-Seite des Vereins.