Gifhorn 

Schwarzfahrer der Lüfte: Er hat's schon wieder gemacht

Der Handeloher Ballonpilot (im Vordergrund) nach seiner Landung am 20. September bei Braunschweig
Der Handeloher Ballonpilot (im Vordergrund) nach seiner Landung am 20. September bei Braunschweig
Foto: privat

Rötgesbüttel/Peine/Braunschweig. Der Schwarzfahrer der Lüfte kann's offenbar nicht lassen: Rund einen Monat, nachdem ein 54-jähriger Ballon-Unternehmer aus Handeloh bei einer abendlichen Fahrt ohne Lizenz in Braunschweig erwischt worden war, gab's am Dienstagabend eine erneute Fahrt: Diesmal startete er von Peine aus - der Wind trieb ihn dabei in den Landkreis Gifhorn.

Diesmal allerdings wurde er von Beamten der Polizei sowie der Luftaufsichtsbehörde erwartet, als er nach 20 Uhr an einem Wirtschaftsweg bei Rötgesbüttel niederging. Der Gifhorner Polizeisprecher Thomas Reuter bestätigte gegenüber news38.de einen entsprechenden Einsatz: "Wir haben die Personalien des 54-jährigen Piloten und seiner drei Fahrgäste festgestellt" und gegen den Handeloher ein Verfahren eingeleitet.

Zappenduster

Gegen 18 Uhr habe eine Zeugin einen Ballon über Adenbüttel gemeldet, berichtete Reuter. Daraufhin nahmen die Beamten die Verfolgung auf - und nahmen den Schwarzfahrer in Empfang. "Schwarz" bezieht sich dabei nicht nur darauf, dass der Handeloher seit einem Ballon-Unfall im September 2010 bei Abbesbüttel mit zwölf Verletzten keine Lizenz mehr besitzt.

Schwarz betrifft auch die Lichtverhältnisse: Zum Zeitpunkt der Landung war es stockfinster. Dabei gilt für Ballonfahrer die Regel: Bei Dunkelheit müssen sie unten sein. Sonnenuntergang am Dienstag war um 18.18 Uhr - und auch die folgende Dämmerungszeit war bei der Landung schon längst vorbei...

Ballon beschlagnahmt?

Unklar ist bislang, ob die Beamten der Luftaufsichtsbehörde Ballon samt Fahrgast-Korb und Brenner beschlagnahmt haben; für eine entsprechende Information von news38.de gibt es bislang keine Bestätigung. Eine Sprecherin der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr konnte wegen Abwesenheit der beteiligten Beamten die Beschlagnahme weder bestätigen noch dementieren.

Pilot reagiert nicht

Auch von dem beschuldigten Pilot gibt es bislang keine Reaktion; eine von news38.de per Mail übersandte Bitte um Stellungnahme blieb unbeantwortet. Bereits vor einem Monat, als er in Braunschweig erwischt worden war, hatte er über eine Mittelsperson der Redaktion ausrichten lassen, dass er auf Medienanfragen nicht reagieren werde.

Das Verhalten des 54-Jährigen könnte sich indes strafverschärfend auswirken, wenn er sich ab Dezember vor dem Amtsgericht Tostedt verantworten muss: Die Staatsanwaltschaft Stade wirft ihm gewerbsmäßigen Betrug sowie "diverse Lizenz-Delikte" vor. Dass seit Anklage-Erhebung offenbar einige einschlägige Taten hinzugekommen sind, dürfte dem Gericht gar nicht gefallen...