Gifhorn 

Ballonfahrer ohne Lizenz: 20 Monate Haft

Der Handeloher Ballonpilot Kasten F. (im Vordergrund) nach seiner Landung bei Braunschweig nachdem er zum ersten Mal als Schwarzfahrer auf frischer Tat ertappt worden war.
Der Handeloher Ballonpilot Kasten F. (im Vordergrund) nach seiner Landung bei Braunschweig nachdem er zum ersten Mal als Schwarzfahrer auf frischer Tat ertappt worden war.
Foto: privat

Tostedt/Braunschweig/Gifhorn. Das Amtsgericht Tostedt hat den Luftfahrt-Unternehmer Karsten F. zu einer Haft von einem Jahr und acht Monaten verurteilt und die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Die Richter sahen die Vorwürfe des gewerbsmäßigen Betrugs und der Insolvenzverschleppung als bewiesen an. Außerdem ist er wiederholt ohne Lizenz mit seinem Heißluftballon zu gewerblichen Fahrten mit Passagieren aufgestiegen.

Der NDR berichtet, dass das am 6. Dezember begonnene Verfahren mit einem Deal vorzeitig beendet worden ist: Im Gegenzug für das vergleichsweise mildes Urteil legte der 54-Jährige ein Geständnis ab: Ja, er habe viel mehr Ballonfahrten verkauft als er jemals abarbeiten konnte; ihm sei das Geschäft über den Kopf gewachsen.

Mehr als 3.000 Betrogene?

Die Anklage hatte ihm vorgeworfen, für mehr als 3.000 Tickets zwar das Geld eingenommen zu haben - die Fahrgäste aber teilweise über Jahre hinweg hingehalten und ihre Fahrten immer wieder abgesagt zu haben. Andererseits, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, habe er sich auch bei den tatsächlich veranstalteten Ballonfahrten regelmäßig strafbar gemacht: Seit einem Unfall im Jahr 2010 in Abbesbüttel mit zwölf Verletzten hatte er keine Lizenz mehr.

Zuletzt war er Mitte Oktober bei Rötgesbüttel als Schwarzfahrer der Lüfte aufgefallen: Da nahmen Beamte der Polizei und der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr den Handeloher beim Landen in Empfang und konfiszierten seine Ausrüstung.

Sollte das Urteil aus Tostedt rechtskräftig werden, darf der 54-Jährige nicht mehr in der Luftfahrtbranche aktiv sein. Bis Ende April muss er seine Beteiligungen an allen seinen Luftfahrtunternehmen abgeben