Gifhorn 

Ehra-Lessien: Und es hat "boom" gemacht

Vor den Sprengungen musste geplant werden, welche Wege gesperrt werden.
Vor den Sprengungen musste geplant werden, welche Wege gesperrt werden.
Foto: Lara Hann

Ehra-Lessien. Rund 40 Kilo Sprengmasse sind am Donnerstagvormittag kontrolliert gesprengt worden. Deshalb war das Areal rund um den ehemaligen Truppenübungsplatz der Bundeswehr seit dem frühen Donnerstagmorgen weiträumig abgesperrt worden.

"Wir haben diese Aktion über knapp fünf Wochen hinweg geplant", erklärt Antje Preger vom Umweltamt. Feuerwehr und Polizei mussten benachrichtigt werden, um Helfer bereit stellen zu können, das nehme Zeit in Anspruch.

Planung seit 2014

Seit dem ersten Januar 2014 ist die Bundeswehr nicht mehr Eigentümer dieses Geländes. Seither arbeiten der Landkreis Gifhorn und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als neue Eigentümerin daran, dass Gelände von versteckter Munition und Sprengkörpern zu befreien.

"Zuständig für diese kontrollierte Sprengung war die Bundeswehr", erklärt Harald Sälzer von der BImA. Insgesamt 16 scharfe Granaten und Nato-Munition waren bei gezielten Suchmaßnahmen entdeckt worden. Das Problem: Die scharfen Sprengkörper könnten nicht mehr bewegt werden. Da nach Einschätzung der Sprengstoffexperten eine Sicherheitszone mit einem Radius von etwa 1,5 Kilometer rund um den Sprengort nötig war, kamen auch Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei zum Einsatz, denn: "Sobald der zu sichernde Bereich über das Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes hinausgeht, muss die Bundeswehr die sogenannte Amtshilfe von Feuerwehr und Polizei in Anspruch nehmen", erklärt Thomas Krok, vorsitzender Kreisbrandmeister der Kreisfeuerwehr Gifhorn.

Ehrenamtliche im Einsatz

So waren an diesem Donnerstagmorgen rund 85 Ehrenamtliche im Einsatz, um an insgesamt 17 Kontrollstellen das Gelände zu sichern. "Da geht es dann um jeden Feldweg, der kontrolliert werden muss", erklärt Antje Preger.

Die Kosten für diesen Einsatz trägt die BImA. "Wir sind übernehmen die Kosten die Anfallen, sofern die Kollegen der Freiwilligen Feuerwehren Verdienstausfälle hatten und natürlich auch die Verpflegung", so Sälzer. Auch der Luftraum müsste gesichert werden. Zwischen 8 und 16 Uhr durfte das Gelände nicht überflogen werden. Nur ein Hubschrauber der Polizei kreiste als letzte Sicherheit kurz vor der Sprengung über dem Gelände, um mit einer Wärmebildkamera nach Spaziergängern im Wald zu suchen.

Für den Brandschutz

Das Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes wird seit dem Besitzerwechsel wieder für den zivilen Gebrauch aufbereitet. Dazu gehört auch, das rund 1.650 Hektar große Gelände für den Brandschutz vorzubereiten. "Aktuell können wir nicht garantieren, dass die Kräfte der Feuerwehr sich ohne Gefahr durch scharfen Sprengstoff auf dem Gelände bewegen können, sollte es hier einmal brennen", erklärt Krok. "Dann müssen wir warten, bis das Feuer und entgegen kommt und wir es von außen bekämpfen können."

Deshalb werden sukzessive sogenannte Brandschneisen und Zufahrtswege nach Munition abgesucht, um das Feuerlöschen auf dem Gelände zu ermöglichen. Diese Probleme habe es nicht gegeben, als es noch militärisches Gelände war." Damals war die Feuerwehr der Bundeswehr für Löscharbeiten auf dem Platz zuständig."

Langfristig soll das Gelände als nationales Naturerbe genutzt werden. Bis auf Weiteres besteht allerdings ein absolutes Betretungsverbot durch den Landkreis.