Gifhorn 

Polizeigewalt? Schwangere erhebt schwere Vorwürfe

Eine 19-jährige Schwangere soll bei einem Polizeieinsatz verletzt worden sein. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen (Symbolbild)
Eine 19-jährige Schwangere soll bei einem Polizeieinsatz verletzt worden sein. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen (Symbolbild)
Foto: TC-Torres/pixabay

Gifhorn. Dieser Polizei-Einsatz in Päse hat definitiv ein Nachspiel – nur für wen, ist derzeit völlig offen. Es steht Aussage gegen Aussage und die Ermittlungen laufen.

Fotos zeigen verletzte Schwangere

Bei Facebook sind Fotos einer verletzten schwangeren Frau aufgetaucht. Sie zeigen ein angeschwollenes Auge sowie Blessuren an den Händen und auf dem Rücken. Dem Posting zufolge wurde die Schwangere am Donnerstagmorgen Opfer von Polizeigewalt. Die Beamten sollen die 19-Jährige "schwer misshandelt" haben.

"Halt die Fresse!"

Sie hätten die Frau ins Gesicht geschlagen und sie zu Boden gedrückt während sie um Hilfe geschrien und immer wieder darauf hingewiesen habe, dass sie schwanger ist, heißt es. Ein Beamter soll zu ihr gesagt haben, sie solle "die Fresse halten"; auch eine Polizistin habe "kein Erbarmen" gezeigt.

Darüber hinaus sollen die Beamten versucht haben, den Fall "zu vertuschen" und den werdenden Vater verantwortlich gemacht haben. Die 19-Jährige habe nach dem Vorfall einen Nervenzusammenbruch erlitten.

Das sagt die Polizei

In der Pressemitteilung der Polizei liest sich der Vorfall anders: Die unbeteiligte junge Frau habe sich eingemischt, als gerade ein Fahrraddiebstahl geklärt werden sollte.

Dabei habe sie die Beamten bespuckt und beleidigt. Dann habe die 19-Jährige auch noch um sich getreten. Letzten Endes seien gegen sie Strafverfahren wegen Beleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und tätlicher Angriff auf Polizeivollzugsbeamte eingeleitet.

"Fragezeichen in alle Richtungen"

Ein Polizeisprecher aus Gifhorn äußert sich auf news38.de-Nachfrage nicht zum Sachverhalt, wohl aber zum Stand der Ermittlungen. "Da gibt's derzeit Fragezeichen in alle Richtungen" - insofern ermittle die Polizei logischerweise auch in alle Richtungen.

Alle sollen sich äußern

Man habe versucht, die Betroffene zu erreichen. Bis zum Freitagmittag habe das nicht geklappt. "Sie kann sich äußern, muss es aber nicht", so der Sprecher. Auch die Facebook-Userin habe man schon kontaktiert. Gleichzeitig werde man auch die eingesetzten Polizisten befragen und deren Bericht prüfen.

Alle Aussagen und Indizien würden zusammengetragen und dann der zuständigen Staatsanwaltschaft Hildesheim übergeben. "Als neutrale Instanz kann die Staatsanwaltschaft dann entscheiden, wie sie vorgeht."