Gifhorn 

Auch nach Runde 3 keine Einigung - erstmals Streik bei IAV

Jetzt reicht es der IG Metall: Sie hat die Beschäftigten der VW-Tochter IAV zum Streik aufgerufen (Symbolbild).
Jetzt reicht es der IG Metall: Sie hat die Beschäftigten der VW-Tochter IAV zum Streik aufgerufen (Symbolbild).
Foto: IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt
  • Keine Einigung zwischen IG Metall und IAV
  • Erster Warnstreik in der Unternehmensgeschichte
  • IG Metall spricht von "Spaltung der Belegschaft"

Gifhorn. Im Tarifstreit bei der VW-Zuliefererfirma IAV ruft die IG Metall die Beschäftigten zum Warnstreik auf. Der Aufruf zum ersten Warnstreik in der Geschichte des Unternehmens richte sich an alle IAV-Standorte, teilte die Gewerkschaft am Dienstag mit.

Morgen geht's los

Beginnen solle der vorübergehende Ausstand am Mittwoch ab 9 Uhr. In mittlerweile drei Verhandlungsrunden hätten Gewerkschaft und Unternehmensleitung keine Einigung erzielen können. IAV gehört den Angaben zufolge mit rund 7.000 Beschäftigten zu den größten Entwicklungsdienstleistern. Der größte Standort mit rund 3.500 Beschäftigten sei in Gifhorn.

Mehr Lohn auf Kosten von Neueinsteigern?

Die Gewerkschaft fordert rückwirkend zum 1. April 4,3 Prozent mehr Lohn, eine Einmalzahlung von 300 Euro sowie eine verbindliche Verhandlungsverpflichtung für die "verantwortliche und durchdachte gemeinsame Weiterentwicklung des Tarifvertrages". Die Geschäftsführung verweigere den Beschäftigten allerdings eine Lohnerhöhung, solange die IG Metall nicht drastisch gesenkten Einstiegsgehältern für Neueingestellte zustimme.

"Ein Stück aus dem Tollhaus"

Johannes Katzan, Sprecher der IG Metall-Tarifkommission, bemängelte, die IAV lege "ohne Not die Axt an den Teamgeist". Unterschiedliche Bezahlung im Unternehmen führe zu Demotivation und zur Spaltung der Belegschaft. IAV-Gesamtbetriebsratschef Mark Bäcker sprach von einem "Stück aus dem Tollhaus".