Gifhorn 

"Abrahams Kinder": Christlich-muslimische Kita eröffnet

Gizm Lina Kaya (2) und ihre Mutter Zehra Kaya haben sich die Kita an ihrem Eröffnungstag angeschaut.
Gizm Lina Kaya (2) und ihre Mutter Zehra Kaya haben sich die Kita an ihrem Eröffnungstag angeschaut.
Foto: Eröffnung Kita

Gifhorn. Ob Weihnachten, Ostern oder Ramadan - demnächst können 15 muslimische, christliche oder konfessionslose Kita-Kinder aus Gifhorn diese Festtage gemeinsam angehen, denn am heutigen Donnerstag hat die erste "Zwei-Religionen-Kita" offiziell eröffnet.

"Die Grundidee ist es, Menschen und ihre Kinder, denen ihre Religion wichtig ist, zusammen zu bringen", sagte Martin Wrasmann, Vorsitzender des Komitees für "Abrahams Kinder".

"Abraham gilt als Verbindung zwischen dem muslimischen und christlichen Glauben - ein solches Verständnis soll auch den Kindern vermittelt werden. Deshalb heiße die Kita nun "Abrahams Kinder".

Religion bewusst thematisieren

Während der Betreuung wollen die Erzieher die jeweiligen Regionen erklären und bewusst thematisieren - die Kinder sollen so die religiöse Zugehörigkeit wahrnehmen: "Wir werden beispielsweise über die großen Feste aller Religionen sprechen - auch übergreifende Feste, wie das Erntedank-Fest sind dabei", sagte Kita-Leiterin Linda Minkus.

Um Vorurteile aufzuheben, sollen bei "Abrahams Kindern" außerdem die sichtbaren Merkmale der Religionen besprochen werden. Und wie in jeder Kita werden auch Werte und Normen vermittelt.

Gemeinsames beten inklusive?

Ob auch zusammen gebetet wird oder gemeinsame Gottesdienste gefeiert werden, ist den Erzieherinnen überlassen.

Ein multinationales Team aus vier Fachfrau wird die 15 Kinder ab August betreuen. Hinter dem Projekt stehen die muslimische Ditib-Moschee in Gifhorn, die katholische St. Altfrid-Gemeinde und die evangelische Dachstiftung Diakonie.

So sah es bei der Eröffnung aus