Gifhorn 

Umstrittene Nutria-Jagd: Tierschützer feuern gegen Politiker

Ein Nutria frisst in der Autostadt Wolfsburg Gras an einem künstlichen See. In Gifhorn wird ihre Bekämpfung heiß diskutiert. (Archivbild)
Ein Nutria frisst in der Autostadt Wolfsburg Gras an einem künstlichen See. In Gifhorn wird ihre Bekämpfung heiß diskutiert. (Archivbild)
Foto: dpa

Gifhorn. Tierschützer feuern gegen Parteien, die die Bekämpfung von Nutrias, Waschbären und Co. in Gifhorn fordern. Wie der NABU Kreisverband, das Artenschutzzentrum Leiferde, der Gifhorner Tierschutzverein und die Aktion Fischotterschutz in einer am Donnerstag gemeinsam erklären, sei das Jagen der Tiere, um eine Ausbreitung der Arten zu vermeiden, nicht sinnvoll.

22.000 Euro für Jagd

CDU/SPD und die Gruppe ULG/FDP hatten laut einem Bericht der "Aller Zeitung" 22.000 Euro im Haushalt des Landkreises beantragt, um die Bekämpfung von Marderhunden,Waschbären und Nutrias voranzutreiben.

Demnach sagte CDU-Chefin Telse Dirksmeyer-Vielhauer, dass die Ausbreitung dieser "invasiven Tierarten" erschreckend zunehme und der gesamte Landkreis davon betroffen sei. Am Ende seien heimische Tierarten wie Sumpfschildkröte, Gelbbauchunke oder der Rotmilan stark gefährdet.

Dagegen argumentierten die Naturschützer nun am Donnerstag: "Es verwundert schon sehr, dass in dem Antrag (...) mit Gelbbauchunke und europäischer Sumpfschildkröte zwei Arten aufgeführt werden, die im Landkreis Gifhorn überhaupt nicht vorkommen."

Sie werfen der Politik vor, die tatsächlichen Ursachen für Artenrückgänge bei Vögeln und Amphibien zu verkennen. Schuld seien "schwindende Lebensräume, eine aufgeräumte Kulturlandschaft und eine zunehmend intensive Landwirtschaft".

Leid statt Jagd?

Und noch mehr. Die Tierschützer sehen in dem sogenannten "Fallenantrag" eine Legitimation für die uneingeschränkte Jagd auf die umstrittenen Tiere.

"Es ist daher zu befürchten, dass mit dem verstärkten Einsatz von Fallen, deren Legitimation hier der eigentliche Grund für den Antrag ist, viel Tierleid entsteht, aber kein Artenschutzproblem gelöst wird", so Gabriele Asseburg-Schwalki, Vorsitzende des Tierschutzvereins Gifhorn und Umgebung e.V.. Deshalb fordern sie, dass der Kreis das bereits bestehende Konzept evaluiert und weitere Verbände mit ins Boot holt. (mvg)