Gifhorn 

Rekord bei Pflegetieren in Leiferde - Artenschutzzentrum stößt an Aufnahmegrenze

Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde und Mitarbeiter Joachim Neumann zeigen eine Teppichpython, die Pilzsammler gefunden hatten.
Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde und Mitarbeiter Joachim Neumann zeigen eine Teppichpython, die Pilzsammler gefunden hatten.
Foto: Peter Steffen/dpa

Leiferde. Angesichts schlechter Lebensbedingungen für viele Tiere gerät das Artenschutzzentrum in Leiferde an seine Kapazitätsgrenze. Sollte es wieder ein so extremes Jahr werden wie 2018, könne die Einrichtung nicht mehr so viel Pfleglinge aufnehmen, sagte Leiterin Bärbel Rogoschik am Freitag bei der Bilanzvorstellung für das vergangene Jahr.

Um den Tieren gerecht zu werden, müsse das Artenschutzzentrum des Naturschutzbundes (Nabu) vorher für Neuaufnahmen schließen. Die Einrichtung in Leiferde im Landkreis Gifhorn pflegt heimische Wildtiere gesund. Außerdem werden exotische Fundtiere aus artenschutzrechtlichen Gründen aufgenommen.

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Die Zahl der zu pflegenden Tiere stieg 2018 erstmals in der 39-jährigen Geschichte des Zentrums auf mehr als 3.000 an, wie der Nabu mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute dies einen Zuwachs von mehr als 650 Tieren. Vor allem betroffen seien heimische Singvögel.

Sie litten an dem Rückgang an Insekten, der für viele Arten eine Verknappung ihrer Nahrungsgrundlage bedeute, erläuterte Rogoschik. Die extreme Trockenheit habe für zusätzliche Engpässe gesorgt, weil Amseln etwa dadurch kaum an Regenwürmer gelangen konnten. Auch Mücken fielen vielerorts als Nahrungsbestandteil komplett aus.

Einen starken Anstieg gab es laut Nabu ebenfalls bei den Reptilien und Amphibien. Diese stammen oftmals aus größeren Beschlagnahmungen und landen dann in der Pflegeeinrichtung, wie Leiterin Rogoschik berichtete.

Als ein Highlight in Leiferde gilt das Storchenfest, zudem im vergangenen Jahr laut Nabu knapp 5.000 Besucher kamen. Auf dem Gelände des Zentrums lebten im vergangenen Jahr fünf Storchenpaare, deren Alltag über eine Webcam auch ins Internet übertragen wurde. (dpa)