Gifhorn 

Fanschal-Attacke in Calberlah: Männer nach VfL-Spiel vor Gericht

Am Bahnhof Calberlah bedrängten die beiden mutmaßlichen VfL Anhänger den 47-Jährigen Stuttgart Fan und schlugen ihn krankenhausreif. (Archivbild)
Am Bahnhof Calberlah bedrängten die beiden mutmaßlichen VfL Anhänger den 47-Jährigen Stuttgart Fan und schlugen ihn krankenhausreif. (Archivbild)
Foto: Bea Kühne

Hildesheim. Weil sie einen Fan des VfB Stuttgart am Bahnhof in Calberlah angegriffen und auf ihn eingetreten haben, müssen sich ab heute wegen versuchtem Totschlag zwei Männer vor dem Landgericht Hildesheim verantworten.

Laut Anklage sollen die beiden 23 und 30 Jahre alten Männer nach dem Bundesliga-Spiel des VfL Wolfsburg gegen den VfB Stuttgart am 3. Februar 2018 mit einer Regionalbahn von Wolfsburg nach Calberlah unterwegs gewesen sein.

Attacke nach VfL-Spiel: Mutmaßliche Täter stellen sich

Dort soll der 30-Jährige das spätere Opfer entdeckt haben, weil dieser einen Fanschal des VfB Stuttgart trug. Am Bahnhof in Calberlah stieg der Stuttgart-Fan aus dem Zug. Dabei soll der 30-Jährige den Schal des Mannes an sich gerissen haben, um ihn als Trophäe zu behalten, bis der andere den Schal losließ.

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Aus Verärgerung über die Gegenwehr des VfB-Stuttgart-Fans soll sich der 30-jährige nun - im Einvernehmen mit dem 23-jährigen, der dazugekommen war - entschlossen haben, dem Geschädigten eine Lektion zu erteilen.

Tödliche Verletzungen billigend in Kauf genommen

Beide sollen den Mann zu Boden geschubst haben, sodass er neben dem Bahnsteig in ein Gebüsch fiel. Hier soll der 30-jährige zweimal wuchtig und gezielt mit dem Fuß ins Gesicht des Mannes getreten haben, wobei er mögliche tödliche Verletzungen zumindest billigend in Kauf genommen haben soll. Der 23-jährige soll zweimal zum Körper getreten haben. Nachdem Zeugen hinzugekommen seien, sollen beide Angeklagten geflüchtet sein.

Die Staatsanwaltschaft wirft beiden Angeklagten nun gefährliche Körperverletzung vor; dem älteren Angeklagten wegen der Tritte zum Kopf darüber hinaus versuchten Totschlag.

Knochenbrüche und verlorene Zähne

Der Geschädigte soll aufgrund der Tritte gegen den Kopf schwere Gesichtsverletzungen erlitten haben, unter anderem Knochenbrüche im Bereich des linken Kiefers und der linken Augenhöhle, sowie drei Zähne verloren haben.

Ein Urteil des Landgerichts wird am 28. Februar erwartet. (mvg)