Gifhorn 

Artenschutzzentrum Leiferde platzt aus allen Nähten: Nabu will vor falsch verstandener Tierliebe warnen

Eine griechische Landschildkröte wird im NABU-Artenschutzzentrum Leiferde gezeigt. Die Nabu-Verantwortlichen wollen am Donnerstag berichten, dass immer mehr Wildtiere wie Igel, Frösche oder Jungvögel aus falsch verstandener Tierliebe eingesammelt und im Artenschutzzentrum abgegeben werden.
Eine griechische Landschildkröte wird im NABU-Artenschutzzentrum Leiferde gezeigt. Die Nabu-Verantwortlichen wollen am Donnerstag berichten, dass immer mehr Wildtiere wie Igel, Frösche oder Jungvögel aus falsch verstandener Tierliebe eingesammelt und im Artenschutzzentrum abgegeben werden.
Foto: Holger Hollemann/dpa

Leiferde. Der Naturschutzbund Nabu stößt an seine Leistungsgrenzen, weil unter anderem Wildtiere aus überzogener Fürsorge eingesammelt werden. Das Nabu-Artenschutzzentrum in Leiferde werde wie seine Außenstellen und die Ortsgruppen geradezu geflutet, sagte ein Sprecher in Hannover.

Nabu: Trend ist alarmierend!

Meist sei das die Folge falsch verstandener Tierliebe. Das gelte etwa für verlassen geglaubte Jungvögel und Igel, die bereits im Frühjahr gebracht würden. Der Trend sei alarmierend.

Am Donnerstag soll diese Entwicklung auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden. Dabei sollen auch Lösungen aufgezeigt werden. Vor allem die Zahl der Vögel sei gewaltig, auch wegen des Nahrungsmangels angesichts des Insektensterbens.

Artenschutzzentrum Leiferde: Mehr geht nicht!

Das Artenschutzzentrum in Leiferde hatte nach Angaben des Nabu im vergangenen Jahr seine Kapazitätsgrenze erreicht. Sollte es wieder ein so extremes Jahr werden wie 2018, könne die Einrichtung nicht mehr so viel Pfleglinge aufnehmen, hieß es im Februar bei der Vorstellung der Bilanz für das vergangene Jahr.

Die Zahl der zu pflegenden Tiere war erstmals in der 39-jährigen Geschichte des Zentrums auf mehr als 3.000 angestiegen. Die Einrichtung im Landkreis Gifhorn pflegt heimische Wildtiere gesund. Außerdem werden exotische Fundtiere aus artenschutzrechtlichen Gründen aufgenommen. (dpa)