Gifhorn 

Falsch verstandene Tierliebe: Nabu in Gifhorn warnt

Ein Mitarbeiter des Nabu-Artenschutzzentrum hält einen Igel in den Händen. Der Naturschutzbund Nabu stößt an seine Leistungsgrenzen, weil unter anderem Wildtiere aus überzogener Fürsorge eingesammelt werden.
Ein Mitarbeiter des Nabu-Artenschutzzentrum hält einen Igel in den Händen. Der Naturschutzbund Nabu stößt an seine Leistungsgrenzen, weil unter anderem Wildtiere aus überzogener Fürsorge eingesammelt werden.
Foto: Christophe Gateau/dpa

Leiferde. Zu viele aus überzogener Fürsorge eingesammelte Wildtiere sind unter anderem Grund dafür, dass der Naturschutzbund Nabu an seine Leistungsgrenzen stößt. Das Nabu-Artenschutzzentrum in Leiferde (Kreis Gifhorn) werde wie seine Außenstellen und die Ortsgruppen geradezu geflutet, hieß es am Donnerstag.

Oft sei das die Folge falsch verstandener Tierliebe. Vor allem die Zahl der abgegebenen Vögel sei gewaltig.

Viele echte Notfälle

"Wegen des Nahrungsmangels angesichts des Insektensterbens gab es viele echte Notfälle, die bei uns eingeliefert wurden", sagte die Leiterin des Zentrums, Bärbel Rogoschik, der Deutschen Presse-Agentur. "Diese Entwicklung ist absolut alarmierend". Doch das sei nicht einzige Problem.

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"Gebracht werden auch immer mehr scheinbare Notfälle, die unsere Hilfe gar nicht brauchen", erklärte die Biologin. So würden verlassen geglaubte Jungvögel mitunter sogar aus dem Nest genommen. "Auch halbflügge Junge werden mit Keschern eingefangen und gebracht."

Rogoschik sagte: "Die Menschen müssen wieder lernen, was es bei uns für Tiere gibt und wie sie sich verhalten." Ein Gang durch die Natur könne da helfen. "Auch zu Hause kann man etwas tun", sagte sie. Es gebe 17 Millionen Gärten in Deutschland.

"Wenn man die naturnäher einrichten würde, wären wir einen großen Schritt weiter." (dpa)