Gifhorn 

Gifhorn: Die vierjährige Alina hat endlich ein Spenderherz bekommen - doch ihre Familie hat noch einen großen Wunsch

Mit diesem Bild hat Martina bei Facebook die Geschichte ihrer Tochter erzählt.
Mit diesem Bild hat Martina bei Facebook die Geschichte ihrer Tochter erzählt.
Foto: privat

Gifhorn. Monatelang hat Familie Schiller aus Gifhorn auf ein Spenderherz für ihre vierjährige Tochter Alina gewartet. Seit November liegt ihre Tochter im Krankenhaus. Vor einer Woche kam dann endlich der langersehnte Anruf: Die Ärzte haben ein Spenderherz für die Vierjährige gefunden.

„Sie ist stabil und das Herz hat sofort angefangen zu schlagen. Wir sind so glücklich und dankbar“, erzählt Marina Schiller. Das Warten hat für die Familie aus Gifhorn also endlich ein Ende.

Alina wartet sieben Monate auf ein Spenderherz

Sieben lange Monate stand Alina auf der Liste, eingestuft als hoch dringlich. Schon vor einigen Monaten hat Marina die Geschichte von Alina bei Facebook öffentlich erzählt. Ihr Beitrag wurde in vielen Facebook-Gruppen geteilt.

Aber was hat sie dazu bewegt, ihre persönliche Geschichte zu teilen? „Viele Gespräche mit verschiedenen Menschen haben zu unserem Post geführt“, sagt Marina. Es gebe noch immer zu wenig Spender in Deutschland. Viele wüssten gar nicht, dass es das gibt oder wie es abläuft. Die Aufklärung dazu werde zu wenig betrieben.

Die Familie wünscht sich, das Thema Organspende mehr in die Öffentlichkeit zu bringen. „Auch wenn nur jeder zweite oder dritte einen Ausweis hat, wären die Chancen für die Empfänger sehr viel größer, schneller an ein Organ zu kommen“, sagt Martina.

9500 Menschen in Deutschland warten auf ein Spenderorgan

  • Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung warten in Deutschland etwa 9500 Menschen auf ein Spenderorgan
  • Allein 2018 wurden 5000 Menschen neu auf die Warteliste aufgenommen
  • 901 Menschen auf der Warteliste sind 2018 verstorben
  • 955 postmortale Organspenden gab es 2018, das sind knapp 20 Prozent mehr als im Vorjahr

Alina hatte großes Glück, dass für sie endlich ein passendes Organ gefunden wurde. „Gerade in Alinas Alter ist es sehr schwer, ein Organ zu finden“, erzählt Marina.

Alina ist seit ihrer Geburt krank

Der Weg, der hinter Familie Schiller liegt, ist lang. Schon seit ihrer Geburt ist Alina krank. Wie Marina erzählt, leidet sie an einer AV-Blockade dritten Grades. Das bedeutet, dass die Überleitung zwischen Vorhof und Kammer vollständig blockiert ist. Vorhof und Kammer schlagen somit unabhängig voneinander. Zwar entwickle die Kammer einen Ersatzrhythmus, der reiche jedoch in der Regel nicht aus.

Deshalb hat Alina mit einem Jahr einen Herzschrittmacher bekommen. Seither musste sie jedes halbe Jahr zur Kontrolle. Anfang 2018 war noch alles in Ordnung. Dann hat Alina eine Lungenentzündung bekommen. Von Ende Mai bis August sei es ihr sehr schlecht gegangen. „Manchmal war ich drei mal die Woche beim Kinderarzt mit ihr und es hieß immer, es ist die Lunge“, erinnert sich Marina.

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Im November kommt Alina auf eine Transplantationsliste

Als sie im August dann Wassereinlagerungen am ganzen Körper hatte, wurde bei Alina eine Herzmuskelentzündung festgestellt. Vier Wochen lag die Vierjährige auf der Intensivstation, hat einen neuen Schrittmacher bekommen.

Doch ihr Zustand hat sich wieder verschlechtert. Ihre Herzfunktion hatte sich verschlechtert und sie wurde auf die Transplantationsliste gesetzt. Vom 8. November an musste Alina dann im Krankenhaus bleiben. „Es war zu gefährlich, sie zu Hause zu lassen, da ihr Herz jederzeit einfach stehenbleiben könnte“, erinnert sich ihre Mutter.

Jetzt endlich hat das Warten für die Familie von Alina ein Ende gefunden. Aber ein Wunsch der Familie bleibt noch: Dass mehr Menschen sich mit dem Thema Organspende auseinandersetzen. (abr)