Gifhorn 

Frankfurt: Kind stirbt – AfD postet und erntet Kritik – "Widerlich!"

Während Trauernde ihre Betroffenheit mit Blumen und Kerzen zum Ausdruck bringen, hauen Politiker schon fleißig in die Tasten.
Während Trauernde ihre Betroffenheit mit Blumen und Kerzen zum Ausdruck bringen, hauen Politiker schon fleißig in die Tasten.
Foto: dpa

Ein kleiner Junge ist in Frankfurt am Hauptbahnhof getötet worden. Der Verdächtige: Ein Mann aus der Schweiz – jedoch mit afrikanischer Herkunft. Da ließ die AfD auch in Gifhorn nicht lange auf sich warten, die schreckliche Tat aufzugreifen. Und das stößt auf Kritik. Der Vorwurf: Instrumentalisierung!

Doch auch ein Grünen-Politiker aus Niedersachsen hat mit seinem Statement einen Shitstorm ausgelöst.

Frankfurt: Kind stirbt – AfD twittert

Während in Wolfsburg zum Beispiel Bürger ihre Betroffenheit mit Plakaten, Blumen und Kerzen zum Ausdruck bringen – die Wolfsburger Nachrichten berichteten – hauen Politiker schon fleißig in die Tasten.

Denn kaum hatte die Polizei die Herkunft des mutmaßlichen Täters veröffentlicht, meldete sich sogleich Alice Weidel via Twitter zu Wort. Und auch die AfD-Fraktion aus Gifhorn hatte große Forderungen zu verkünden.

Alice Weidel kritisiert Willkommenskultur

Alice Weidel twitterte: „Laut Polizei #Frankfurt hat ein 40-jähriger Afrikaner den 8-jährigen und seine Mutter auf die Gleise gestoßen. An Entsetzlichkeit ist diese Tat kaum mehr zu überbieten - was muss noch passieren? Schützt endlich die Bürger unseres Landes - statt der grenzenlosen Willkommenskultur!“

Für den Beitrag bekommt die AfD-Vorsitzende allerdings nicht nur Applaus. Viele Twitter-Nutzer kritisieren ihr Vorgehen scharf, schreiben unter anderem:

  • „Es widert mich an wie Sie dieses Verbrechen nutzen um rassismus zu verbreiten.“
  • „Hier schubst Alice Weidel einen 8jährigen und seine Mutter direkt nochmal vor den Zug für ihre Zwecke.“
  • „Widerlich und respektlos diese furchtbare Tat für die eigene Politik auszunutzen.“
  • „Muss die AFD diese Taten ausschlachten? Auf dem Oktoberfest passierten jedes Jahr solche Taten, Vergewaltigungen und mehr und niemand von der AFD stört sich daran. Nur weil ein Afrikaner der Täter ist, wird die AFD aktiv.
  • „Wäre es für die Eltern besser, wenn der Täter Biodeutsch gewesen wäre? Wir können ja mal die Familie eines Kasseler Politikers fragen.“
  • „Und Sie haben nichts Besseres zu tun, als diese furchtbare Tragödie für Ihre widerliche Hetze auszuschlachten? Schämen Sie sich.“

AfD Gifhorn über schreckliche Tat in Frankfurt

Am Freitag veröffentlichte dann auch die AfD Fraktion aus Gifhorn ein Statement auf ihrer Facebookseite.

Dort ist von einer geänderten Bedrohungslage die Rede, „Sei es in Schwimmbädern oder auch auf Weihnachtsmärkten. Auch zum Altstadtfest in Gifhorn steigen die Sicherheitsvorkehrungen“, beschwert sich der AfD Kreis Chef Stefan Marzischewski-Drewes.

------------------------------------

• Mehr Hintergründe zu dem schrecklichen Fall:

------------------------------------

Die AfD ruft demnach alle Bürger auf „diese neue Normalität der Belästigungen, den „Messermorden“ und die steigenden Sicherheitsvorkehrungen in öffentlichen Räumen nicht mehr stillschweigend zu akzeptieren.“

Pläne der AfD bleiben offen

Auf allen politischen Ebenen sollte dafür gesorgt werden, dass man sich so sicher fühle wie noch im Jahr 2015 – ganz ohne „Merkelpöller“, wie Marzischewski-Drewes schreibt.

Wie jenes Sicherheitsgefühl nach der Meinung der AfD wieder hergestellt werden sollte, das lässt die Partei in dem Aufruf an die Bürger offen.

Auch ein Grünen-Politiker aus Niedersachsen hat sich zu dem Vorfall in Frankfurt geäußert und einen waschechten Shitstorm ausgelöst. >>> Zum vollständigen Bericht.

Schreckliche Tat in Frankfurt am Hauptbahnhof

Hintergrund: Am Montag wurde in Frankfurt am Hauptbahnhof ein Kind vor einen fahrenden ICE gestoßen.

Das Kind starb noch im Hauptbahnhof. Bei dem Opfer handelt es sich um einen achtjährigen Jungen. Die Polizei gab bekannt,dass sie einen 40-jährigen Eritreer festgenommen hat.(aj)