Gifhorn 

Armbrust-Fall: Ermittler sicher – daran starben die beiden Frauen aus Wittingen

Foto: Christophe Gateau/dpa

Wittingen/Hildesheim. Im Falle der beiden in Wittingen tot aufgefundenen Frauen gibt es jetzt Gewissheit. Die Staatsanwaltschaft schreibt, dass die Verstorbenen einen gemeinschaftlichen Suizid begangen haben.

Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden hätten sich nicht ergeben, hieß es am Freitag aus Hildesheim. „Bereits die Auffindesituation in der Wohnung deutete auf eine Selbsttötung hin und konnte durch die umfangreichen Ermittlungen untermauert werden“, so die Ermittler.

Zwei Frauen tot in Wohnung in Wittingen gefunden

Im Blut der 19 und 35 Jahre alten Frauen aus Wittingen wurde demnach ein Medikamentencocktail festgestellt. Außerdem wiesen die Leichen keinerlei Anzeichen äußerer Gewalteinwirkung auf. Eine feingewebliche Untersuchung habe das bestätigt, so die Staatsanwaltschaft.

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Wann genau sich die Frauen zusammen das Leben genommen haben, habe nicht festgestellt werden können. Auch hätten die Ermittlungen keine Hinweise auf weitere, in der Wohnung anwesende Personen ergeben. Mehr Details werde man aus schutzwürdigen Interessen der Verstorbenen und deren Angehöriger nicht bekannt gegeben.

Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren eingestellt.

Verbindungen zwischen Fällen aus Wittingen und Passau

Der Fall der toten Frauen aus Wittingen hatte im Mai bundesweit Schlagzeilen gemacht. Die Ermittler sehen eine direkte Verbindung zu dem „Armbrust-Fall“ aus Passau.

Dort waren im Mai drei Tote in einer Pension gefunden worden – zwei Frauen und ein Mann.

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Laut der Ermittler soll eine 30-jährige Frau ihre 53- und 33-jährigen Begleiter mit K.-o.-Tropfen betäubt und sie dann mit einer Armbrust erschossen haben. Danach soll sie sich selbst das Leben genommen haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die 30-Jährige ihre Begleiter mit deren Einverständnis tötete.

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Alle fünf Toten gehörten nach Angaben der Polizei zu einer Gruppe, die sich als „Welterneuerer und Welterschaffer“ gesehen hatte und der Meinung war, schon mehrfach wiedergeboren worden zu sein. Die Toten hätten das „Dasein“ verlassen, „um an anderem Ort oder zu anderer Zeit eine neue Welt oder ein neues System zu erschaffen“. (ck mit dpa)