Gifhorn 

Kreis Gifhorn: Zug erfasst Auto – Mutter stirbt, Kind schwer verletzt

Ein Zug hat am Bahnübergang Isenbüttel ein Auto erfasst.
Ein Zug hat am Bahnübergang Isenbüttel ein Auto erfasst.
Foto: Rudolf Karliczek

Isenbüttel. In Isenbüttel hat es am Sonntag eine schlimmen Verkehrsunfall gegeben. Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr hat ein Zug ein Auto am Bahnübergang in Isenbüttel im Kreis Gifhorn erfasst und 200 Meter weit mitgeschleift.

In dem Auto befanden sich laut Feuerwehr eine Frau, ein Kind und ein Hund. Die Feuerwehr und weitere Einsatzkräfte mussten zu einem Großeinsatz im Kreis Gifhorn ausrücken. Auch ein Rettungshubschrauber aus Hannover wurde angefordert.

Gifhorn: Zug rammt Auto – Frau starb in Isenbüttel

Wie ein Sprecher der Feuerwehr Isenbüttel berichtet, hatten Ersthelfer bereits das dreijährige Mädchen aus dem Auto geholt. Als die Einsatzkräfte eintrafen, machten sie sich daran, die Frau (35) aus dem Auto zu befreien. Sie ist trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen noch am Unglücksort verstorben, berichtet die Feuerwehr.

Auch der Hund, der mit im Auto saß, hat den schweren Unfall laut Feuerwehr nicht überlebt. Das Kind wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.

Wie es genau zu dem schlimmen Unfall kommen konnte, ist bisher noch unklar. Und wird es vermutlich auch weiterhin bleiben. Wie ein Polizeisprecher am Montag erklärt. „Möglicherweise hat die Fahrerin den Zug übersehen“, sagt er. „Der Lokführer hat noch ein Warnsignal gegeben und eine Gefahrbremsung eingeleitet. Ihm ist kein Vorwurf zu machen.“

Kreis Gifhorn: Feuerwehr lobt Einsatz der Ersthelfer

Einsatzleiter Kai Falke lobte den Einsatz der Anwohner. „Sie haben super gehandelt“, sagt er. Denn schon beim Eintreffen der Feuerwehr hätten sie die Einsatzkräfte eingewiesen und ihnen die ersten Details zur Lage genannt. „Das haben wir nicht oft“, sagt Kai Falke.

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Für die Feuerwehr war der Einsatz am Abend beendet. An das Auto auf den Schienen kommen die Feuerwehrleute nicht heran. Das müsse jetzt die Deutsche Bahn übernehmen.

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Die Fahrgäste des Erixx, der mit dem Auto kollidierte, wurden aus dem Zug gebracht. Von den 50 Passagieren wurde laut Polizei einer leicht verletzt.

Vor Ort waren zahlreiche Hilfs- und Rettungskräfte und circa 40 Feuerwehrkräfte aus Isenbüttel und Calberlah. Bis in die Abendstunden war die Strecke gesperrt.

Es gibt immer weniger unbeschrankte Bahnübergänge

Auch am Tag nach dem schrecklichen Unfall beschäftigt das Unglück noch viele Menschen. Auch das Thema der unbeschrankten Bahnübergänge ist wieder auf den Tisch gekommen.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn teilte am Montag mit, dass es grundsätzlich immer weniger unbeschrankte Bahnübergänge gibt. Im Jahr 2017 waren es zwischen Harz und Nordsee noch 657 von insgesamt 2081 Bahnübergängen.

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Umfrage: Viele wissen nicht, wie sie sich am Bahnübergang verhalten sollen

Im vergangenen Jahr hat es laut Bahn übrigens bundesweit 144 Unfälle an den Übergängen gegeben. „Hauptursachen für die oft folgenschweren Kollisionen sind in erster Linie Leichtsinn, Unaufmerksamkeit oder Unkenntnis der Verkehrsteilnehmer“, sagt ein Sprecher. „Umfragen haben ergeben, dass immer noch nicht alle sicher sind, wie sie sich verhalten müssen.“

Abhilfe solle die Kampagne „sicher drüber“ schaffen. Die Sicherung hänge unter anderem davon ab, ob es sich um eine Haupt- oder Nebenbahn handelt. Auch die Geschwindigkeit des Zuges und die Stärke des Verkehrs auf der kreuzenden Straße spielten eine Rolle. (abr mit dpa)