Gifhorn 

Deutsche Bahn macht es Anwohnern bei Gifhorn schwer – weil die Lokführer DAS machen

Die Deutsche Bahn lässt Lokführer des Erixx vor einem geschlossenen Bahnübergang im Landkreis Gifhorn hupen. (Symbolbild)
Die Deutsche Bahn lässt Lokführer des Erixx vor einem geschlossenen Bahnübergang im Landkreis Gifhorn hupen. (Symbolbild)
Foto: dpa

Rötgesbüttel. Irrsinniger Streit zwischen einer Gemeinde im Landkreis Gifhorn und der Deutschen Bahn. Tag ein, Tag aus passieren mindestens zehn Züge das Örtchen Rötgesbüttel.

Kurz vor dem Bahnübergang am Ortseingang drücken die Lokführer auf die Hupe. Doch die Anwohner fragen sich seit acht Jahren, wer durch das Warnsignal geschützt werden soll. Schließlich ist der Bahnübergang seitdem gesperrt. „Das ist schon sehr nervig“, beschwert sich Anwohnerin Renate Bonnie im NDR.

Bürgermeister aus Gifhorn: „Ich halte das für einen Schildbürgerstreich der Deutschen Bahn“

Sie wohne dem Bericht des öffentlichen Senders zufolge direkt neben den Gleisen. Das Hupen sei so laut, dass man sich nur die Ohren zuhalten könne. Auch Hermann Schölkmann, Bürgermeister der Gemeinde im Landkreis Gifhorn, ist das Problem bestens bekannt.

„Ich halte das Ganze für einen Schildbürgerstreich der Bahn. Man kann nicht einerseits den Übergang schließen und andererseits das Hupen nicht abstellen“, sagte der Politiker dem NDR. Die Deutsche Bahn sei „wie eine Gummiwand, gegen die die Gemeinde ständig anrennt.“

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Das sagt die Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn wiegelt indes ab: „Der Bahnübergang wurde zwar aus Sicherheitsgründen geschlossen, doch nicht dauerhaft eisenbahnbetrieblich aufgehoben. Daher darf das Signal nicht entfernt werden“, begründet ein Sprecher des Unternehmens auf Nachfrage des Senders.

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Die Lokführer richten sich nach einem weißen Schild mit einem schwarzen „P“ neben den Bahnschienen vor dem eigentlich geschlossenen Bahnübergang im Landkreis Gifhorn. Klare Vorschriften also statt flexibler Regelungen. Und die Lärmbelästigung droht noch schlimmer zu werden.

„Dann ist das Irrenhaus hier nicht mehr weit weg“

Denn ab 2020 sollen die Züge den Ort halbstündliche passieren. Ein Szenario, dass Renate Bonnie sich kaum ausmalen kann: „Dann ist das Irrenhaus hier nicht mehr weit weg“, prophezeit die entnervte Anwohnerin. (ak)