Gifhorn 

Gifhorn: Ehepaar missbraucht Mädchen in Wohngruppe – darum landet der Fall jetzt zum ZWEITEN MAL vor Gericht

Ein Mann soll Mädchen in einer Wohngruppe in Gifhorn jahrelang missbraucht und misshandelt haben. Seine Frau soll einfach weggesehen haben. Der Fall landet zum zweiten Mal vor Gericht. (Archivbild/Collage)
Ein Mann soll Mädchen in einer Wohngruppe in Gifhorn jahrelang missbraucht und misshandelt haben. Seine Frau soll einfach weggesehen haben. Der Fall landet zum zweiten Mal vor Gericht. (Archivbild/Collage)
Foto: Roland Holschneider, Julian Stratenschulte/dpa

Gifhorn. Es ist unvorstellbar, was ein Ehepaar aus Gifhorn Mädchen in einer Wohngruppe jahrelang angetan haben soll. Über Jahre hinweg soll der Mann Mädchen gequält, gedemütigt und vergewaltigt haben. Und seine Frau? Die soll jahrelang weggeschaut haben.

Eigentlich musste sich das Paar aus Gifhorn bereits im September vergangenen Jahres vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Doch der Prozess wurde Ende Oktober unterbrochen. Zu viele grausame Details wurden bekannt. Neue Ermittlungsakten wurden vorgelegt. Der Fall wird laut Gericht komplett neu verhandelt.

Gifhorn: Ehepaar soll Mädchen jahrelang misshandelt haben

Am heutigen Donnerstag ist es soweit: Prozessauftakt in Hildesheim – zum zweiten Mal. 27 Prozesstage sind angesetzt. 27 Prozesstage, an denen über die Grausamkeiten gesprochen wird, die das Ehepaar den Mädchen zwischen Mai 1998 und Juli 2007 angetan haben soll.

Dem 57-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, mehrere Mädchen teils schwer sexuell missbraucht und gequält zu haben. Mitangeklagt ist seine Ehefrau. Die 60-Jährige soll tatenlos dabei zugesehen haben, wie ihr Mann die Mädchen quälte.

---------------------------------------

Mehr Themen aus der Region

Wetter in Niedersachsen: DWD-Experten verwundert – „Ungewöhnlich...“

Salzgitter: AfD-Rechtsaußen mit düsterer Ankündigung – „Wird noch besser durch die Flüchtlingskrise“

McDonalds Braunschweig: Darum ist DIESER Laden „Gift“ für die Stadt

---------------------------------------

Schwere Vorwürfe: Sexueller Missbrauch in Wohngruppe in Gifhorn?

So soll der Mann ein Mädchen etwa gezwungen haben, über Tage Windeln zu tragen. Ein Kind soll in einen Hundekäfig gesperrt worden sein. Sexuelle Übergriffe soll es in der Badewanne, unter der Dusche und im Betreuerschlafzimmer gegeben haben.

Im ersten Prozess hatte sich der Angeklagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu den Vorwürfen geäußert. Er hatte laut Staatsanwaltschaft von „Re-Inszenierungen“ zur Aufarbeitung früherer Traumata der Kinder gesprochen. Auch beim zweiten Prozess geht das Landgericht Hildesheim davon aus, dass die größten Teile der Verhandlung hinter verschlossenen Türen stattfinden – zum Schutz der Opfer.

+++Rebecca Reusch: Polizei bekommt mysteriösen Anruf – „Wollte uns mitteilen, dass...“+++

Opfer erstattet 2019 Anzeige und bringt Prozess ins Rollen

Eines der Opfer hatte sich im Januar 2019 der Polizei anvertraut und Anzeige erstattet. Daraufhin beschlagnahmten Ermittler Dokumente und Datenträger im Haus des Paares. Die Wohngruppe wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe aufgelöst.

Der Ehemann sitzt seither in Untersuchungshaft. Seine Frau wurde aus der U-Haft entlassen. Nun stehen sie ab Donnerstag erneut gemeinsam vor dem Landgericht Hildesheim. Mit einem Urteil rechnet das Gericht voraussichtlich Ende Mai. (abr mit dpa)