Gifhorn 

AfD-Sitzung in Gifhorn von Antifa gestürmt? Polizei dementiert deutlich

Dieses Bild soll laut der AfD Gifhorn die gewaltbereiten Demonstranten überführen.
Dieses Bild soll laut der AfD Gifhorn die gewaltbereiten Demonstranten überführen.
Foto: Privat

Gifhorn. Wie weit die Ansichten auseinander gehen können, zeigt ein Fall aus Gifhorn. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Stefan Marzischewski-Drewes spricht in einer Stellungnahme von einer „Gruppe vermummter Anhänger der gewaltverherrlichenden linksradikalen Szene“, die eine AfD-Bürgersprechstunde gestürmt habe.

Die Polizei wiederspricht und macht deutlich: „Der Vorfall hat sich so nicht zugetragen.“

AfD-Sitzung in Gifhorn gestürmt? Polizei liefert andere Darstellung

Was war geschehen? Turnusmäßig hält die AfD-Ratsfraktion Gifhorn eine Bürgersprechstunde ab. Thema am Mittwochabend: Klimaneutralität. Dazu waren Vertreter der Fridays-for-Future-Bewegung aus Gifhorn eingeladen.

Zusätzlich fanden sich acht Jungendliche und junge Erwachsene zwischen 17 und 21 Jahren ein, die ebenfalls an dem Austausch teilnehmen wollten. „Sie waren überwiegend weiblich und trugen der Witterung entsprechende Kleidung“, erklärt Polizeisprecher Thomas Reuter. Heißt: Mütze und Schal schützen sie vor der Kälte.

Ebenfalls trugen sie schwarze Kleidung, was Stefan Marzischewski-Drewes zu der Annahme verleitet hat, sie gehören der Antifa an. Darauf verweigerte er den Aktivisten den Zugang zu den Räumlichkeiten und rief die Polizei.

„Philip Knotz, Sprecher der Fridays for Future Bewegung, war im Vorraum mit seiner Begleiterin gefangen! Nur unter Polizeieinsatz konnte sich der AfD Chef und 2 weitere Bürger den Weg zu Ihnen bahnen“, behauptet der AfD-Fraktionsvorsitzende.

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Gruppe macht keinen Ärger

Auf Nachfrage verneinen die Mitglieder der Gruppe, die vorwiegend aus dem Raum Gifhorn stammen, eine spontane Versammlung. Sie hätten allenfalls mitdiskutieren wollen. Die Polizeibeamten stellten Personalien fest und sprachen Platzverweise für die Dauer der Veranstaltung bis 19.30 Uhr aus.

„Die jungen Erwachsenen waren allesamt bisher nicht polizeilich in Erscheinung getreten“, betont Polizeisprecher Reuter. Nach dem Platzverweis verließen sie die Lokalität und die Polizei konnte anschließend keinen weiteren Verstoß feststellen.

Trotz der Turbulenzen konnte die Bürgersprechstunde wie gewohnt abgehalten werden. Dennoch ist sie AfD-Mann Marzischewski-Drewes sicher, dass die Demokratie durch „linksextremistischen Organisationen bedroht wird“. Die Polizei stellt klar: Die Gruppe hat sehr besonnen reagiert. (mb)