Gifhorn 

Coronavirus: Mutter aus Kreis Gifhorn erhebt schwere Vorwürfe – „Skandal um Gesundheitsamt und Grundschule!“

Corona Deutschland (13.3.)
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Gifhorn. Aktuell gibt es im Landkreis Gifhorn 26 bestätigte Coronavirus-Fälle. Und vor allem die Samtgemeinde Papenteich scheint Kopf zu stehen.

Dort macht sich Sorge breit. „Ich wette, der Papenteich liegt bald komplett fach. Die Eltern hier sind verwundert, besorgt und sauer“, berichtet eine Mutter gegenüber news38.

Der Grund: An der Grundschule Am Zellberg hat es einen bestätigten Coronavirus-Fall gegeben. Das bestätigt auch der Landkreis Gifhorn gegenüber unserer Redaktion. Ein Familienmitglied habe sich wohl infiziert und andere Familienmitglieder angesteckt.

Coronavirus-Fall an Grundschule: Mutter erhebt schwere Vorwürfe

Die Eltern der Grundschule sind nun in Sorge, dass sich vielleicht auch ihre Kinder und somit eventuell auch andere Familienmitglieder angesteckt haben könnten. Eine Mutter kann nicht verstehen, dass nun nicht alle Kinder der Grundschule und deren Familien in Quarantäne sind. „Hier wurden nicht etwa alle Kinder und deren Eltern in Quarantäne gesetzt, nein nur ein paar Kinder aus der Klasse. Und dann auch nicht die ganzen Familien, nein es reiche, das betroffene Kind aus der Klasse in Quarantäne zu stecken, nicht etwaige Geschwisterkinder."

Für sie sei das ganz klar ein Skandal, sagt sie gegenüber news38. Auch ihre Tochter habe mit der infizierten Person gespielt. Sie habe daraufhin beim Gesundheitsamt angerufen. Dort hätte man ihr gesagt, dass ihre Familie nicht in Quarantäne müsse. Die Sorge ist groß: Hat der Landkreis hier nicht richtig gehandelt?

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Erkrankte Familie hat Kontakte im dreistelligen Bereich

Gegenüber unserer Redaktion erklärt der Landkreis: „Die betroffene Familie hat sehr viele soziale Kontakte. Die Kinder sind im Kindergarten- und Grundschulalter. Deswegen ist der Aufwand, die Kontaktpersonen zu ermitteln, sehr hoch." Derzeit gehe das Gesundheitsamt von Kontaktpersonen im etwa dreistelligen Bereich aus.

Deshalb habe das Gesundheitsamt auch einige Mitarbeiter speziell auf diesen Fall angesetzt. Diese würden sich „ausnahmslos und sehr gründlich“ mit dem Fall beschäftigen. Demnach wollen die Mitarbeiter so schnell wie möglich alle Kontaktpersonen ermitteln.

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Dabei betont die Behörde, dass vorerst nur diejenigen in Quarantäne kommen würden, die direkten Kontakt mit den Familienmitgliedern hatten. Weiter heißt es: „Eltern oder Geschwister, die keinen direkten Kontakt zu den positiv getesteten Familienmitgliedern hatten, müssen nach Vorgaben des Robert-Koch-Instituts nicht in Quarantäne." Der Hintergrund: Eltern, deren Kinder sich symptomfrei in Quarantäne befinden, würden ein geringes Ansteckungsrisiko bedeuten.

Landkreis betont: Keine Stigmatisierung der Erkrankten!

In diesem Zusammenhang betont der Landkreis, dass er nicht selbstständig von den Vorgaben abweichen könne. Außerdem gebe es ausreichend Vorrat an Testutensilien. Deshalb gelte für alle Menschen derzeit und speziell auch die Menschen am Papenteich: Soziale Kontakte meiden und Hygienevorschriften einhalten.

Außerdem hat der Landkreis noch eine Bitte: Keine Kritik von Außenstehenden an die Betroffenen, ebenso keine Stigmatisierung. Das setze die Erkrankten unter „enormen psychischen Druck“ und sei alles andere als förderlich für den Genesungsprozess. Denn gerade Erkrankte bräuchten in dieser Zeit vor allem eines: Ruhe.

>>>>> Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Niedersachsen kannst du in unserem Newsblog mitverfolgen. (abr)