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Gifhorn 

„Anlächeln ist das neue Händeschütteln“

Die Beratung in den noch geöffneten Filialen der Volksbank eG Südheide – Isenhagener Land – Altmark findet derzeit ausschließlich hinter Plexiglasscheiben statt.
Die Beratung in den noch geöffneten Filialen der Volksbank eG Südheide – Isenhagener Land – Altmark findet derzeit ausschließlich hinter Plexiglasscheiben statt.
Foto: Volksbank eG Südheide – Isenhagener Land – Altmark
„Flatten the Pandemic's Curve“ lautet die Devise in Zeiten der derzeitigen Corona-Krise. Insbesondere öffentliche Einrichtungen sind ganz besonders gefordert, Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus zu ergreifen.

Frank Bonin, Vorstandsvorsitzender der Volksbank eG Südheide – Isenhagener Land – Altmark (Foto), berichtet darüber, wie die Bank in der Pandemie agiert und welche Angebote sie Mitgliedern und Kunden macht, um ihre täglichen Bankgeschäfte abzuwickeln oder die persönliche Beratung in Anspruch zu nehmen.

Herr Bonin, wie geht die Volksbank mit der aktuellen Situation um?

Wie es sich für ein mittelständisches Unternehmen im Rahmen des Möglichen gehört, tun wir alles, was nötig und sinnvoll ist. Dafür haben wir einen Krisenstab eingerichtet, der alle wesentlichen Maßnahmen koordiniert. Zum Beispiel sind unsere zentralen Abteilungen räumlich auf verschiedene Standorte verteilt worden. So stellen wir sicher, dass die elementaren nachgelagerten Bereiche der Bank – und damit die für den Geschäftsbetrieb insgesamt notwendigen Funktionen auch bei einem Verdachts- oder Infektionsfall noch zur Verfügung stehen.

Die Volksbank hat rund die Hälfte aller Standorte vorübergehend geschlossen, warum?

Wir haben die persönliche Beratung auf zwölf Standorte konzentriert. Und zwar jetzt, solange wir dafür noch den zeitlichen Vorlauf haben und über die notwendigen Umsetzungskapazitäten verfügen.

Auf der einen Seite erhöhen wir damit die Sicherheit unserer Kunden, weil ein mögliches Ansteckungsrisiko reduziert wird. So können wir zum Beispiel die Herausforderungen der Desinfektion oder der virengeschützten Beratungssituation deutlich besser erfüllen.

Auf der anderen Seite geben wir unseren Mitarbeitern Spielraum, sich privat neu zu organisieren. Jeder, der schulpflichtige Kinder hat, steht jetzt vor der Herausforderung, Betreuungslösungen zu finden. Als Arbeitgeber haben wir auch dafür eine Fürsorgepflicht, die wir sehr ernst nehmen.

Welche Filialen sind denn noch erreichbar und welche nicht?

Jetzt müssen wir unterscheiden, erreichbar sind nämlich grundsätzlich alle. Wir haben nur den personenbedienten Service und die Präsenzberatung grundsätzlich auf Bergen, Brome, Klötze, Hankensbüttel, Hermannsburg, Leiferde, Meinersen, Oebisfelde, Wahrenholz, Wathlingen, Winsen und Wittingen konzentriert.

Dass wir auch dort situativ einmal kurzfristig umplanen müssen, lässt sich natürlich nie ganz verhindern. Aktuelle Infos dazu bieten wir laufend unter vbsila.de/corona.

Was ist mit den anderen Standorten?

In allen Filialen – also auch den aktuell nicht mit Mitarbeitern besetzten – steht weiterhin das SB-Service-Angebot zur Verfügung und zwar wie gewohnt rund um die Uhr, während dort die oben genannten Mitarbeiter zum Beispiel aus der Telefonfiliale oder der Kreditsachbearbeitung untergebracht sind.

Wie schützen Sie die Bankkunden und Ihre Mitarbeiter vor einer möglichen Infektion?

Wir haben verschiedene Vorkehrungen getroffen. Dazu gehört natürlich, dass unsere Mitarbeiter in den Filialen mehrmals täglich die Oberflächen, Handläufe, Tastaturen der SB-Geräte und die Touchscreens desinfizieren. Diesen Auftrag gibt es schon länger und die Mitarbeiter machen das sehr konsequent.

Unsere Kunden bitten wir darum, die Bankräume jeweils nur einzeln zu betreten, um den Sicherheitsabstand zu gewährleisten. Zudem schützt eine Plexiglasscheibe vorübergehend die Gesprächspartner. So kann Kommunikation weiterhin Auge in Auge stattfinden, ohne dass eine direkte gegenseitige Infektionsgefahr besteht.

Welche Alternativen zum Bankbesuch haben die Kunden?

Die wenigsten Bankgeschäfte finden heutzutage überhaupt noch in der Filiale statt. Und natürlich empfehlen wir jedem, unser Internetbanking, die VRBankingApp oder für Kontoauszüge unseren elektronischen Postkorb zu nutzen. Abgesehen von der Bequemlichkeit und Schnelligkeit ist es eben in der aktuellen Situation auch aus hygienischen Gesichtspunkten die allerbeste Lösung. Wer je nach Themenstellung auf einen persönlichen Kontakt nicht ganz verzichten möchte, für den ist die Telefonfiliale die richtige Lösung. Unsere Mitarbeiter sind montags bis freitags von morgens um acht Uhr bis abends 18 Uhr erreichbar und können fast alles erledigen, was das tägliche Bankgeschäft mit sich bringt. Alternativ ist es natürlich auch möglich, dass sich Kunde und Berater über eine Videokonferenz unterhalten. Machbar ist inzwischen so ziemlich alles.

Wie ist das mit dem Bezahlen, beim Einkauf zum Beispiel? Wie kann ich da die Infektionsgefahr reduzieren?

Das Stichwort hier ist das bargeldlose Bezahlen mit der Karte – genau jetzt idealerweise kontaktlos. Für Android-Nutzer funktioniert das sogar ganz ohne physische Karte über eine eigene App auf dem Handy. Und für diejenigen, die sich Gedanken um das Eingeben der Geheimzahl auf der Tastatur machen: Statt mit dem Finger geht das zum Beispiel auch mit einem mitgebrachten Stift.

Die Börsen reagieren heftig – spürt man einen erhöhten Beratungsbedarf?

Ja, natürlich. Und auch genau hier setzen wir unseren Fokus, auf Beratung. Das unterscheidet uns von den meisten anderen Banken am Markt, weil wir da sind und zuhören, Lösungen suchen und helfen. Unseren erhöhten Hygieneschutz dabei habe ich schon erwähnt. Und besonders auf Sicherheit zu setzen ist ja auch in der Geldanlage schon immer unsere Empfehlung, denn „nicht alle Eier in einen Korb zu legen“ gilt hier genauso wie in unserer eigenen Krisenorganisation.

Was ist mit gewerblichen Kunden, denen jetzt massive Ausfälle drohen?

Mit unseren Spezialisten im Team der Firmenkundenberatung sind wir aktuell sozusagen „systemrelevant“ für unsere Region. Da geht es zum Beispiel darum, welche Förderprogramme wann tatsächlich verfügbar sind, damit Ausfälle bis hin zu einer vorübergehenden Betriebsschließung überbrückt werden können. Liquidität in Krisenzeiten ist das wichtigste Thema.

Genau in solchen Situationen zeigt sich der Vorteil einer regionalen Bank – wir schauen nicht nur starr auf die Zahlen, mit uns kann man reden. Und dann finden wir in den allermeisten Fällen auch eine gute gemeinsame Lösung.

So gilt insgesamt in dieser Zeit „Eine Hand für die Bank und eine für die Gesundheit“. Das heißt, den Betrieb unserer Genossenschaft aufrecht zu erhalten und gleichzeitig sich und unsere Mitglieder und Kunden bestmöglich vor Infektionen zu schützen. Dafür bedankt sich der Vorstand von Herzen bei allen in diesem Sinn hochmotivierten Mitarbeitern.

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