Gifhorn 

Gifhorn: Dieser Gift-Hubschrauber startet bald – er wird auch für dich zur Gefahr

Ein Hubschrauber kreist über dem Landkreis Gifhorn, um einen Wirkstoff gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinnern auszubringen. (Archivbild)
Ein Hubschrauber kreist über dem Landkreis Gifhorn, um einen Wirkstoff gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinnern auszubringen. (Archivbild)
Foto: imago images / Jan Hübner

Gifhorn. Ab dem kommenden Wochenende wird über dem Landkreis Gifhorn wieder ein ganz besonderer Hubschrauber kreisen. Er soll aus der Luft den Eichenprozessionsspinner bekämpfen. Dabei sprüht er ein Fraßgift, was auch für Menschen nicht ganz ungefährlich ist.

Im vergangenen Jahr war der Hubschrauber in Gifhorn zum ersten Mal gegen die Giftraupen eingesetzt worden – mit Erfolg, wie es danach hieß. >> Das Gift kam diesmal aus der Luft

Kreis Gifhorn: Gift gegen Eichenprozessionsspinner

Schwerpunkt soll auch in diesem Jahr wieder die Samtgemeinde Brome sein. Hier un in allen anderen Einsatzgebieten gilt: Anwohner sollen ihre Fenster und Türen während und nach der Besprühung für zwölf Stunden geschlossen halten. Während des Einsatzes darfst du dich nicht in der Nähe aufhalten.

Straßen und Wege werden vor, während und nach der Besprühung kurzzeitig gesperrt, insgesamt rund 15 Minuten. Die betroffenen Flächen im Kreis Gifhorn sollen kenntlich gemacht werden. Da, wo das Gift versprüht wurde, darfst du sich erst nach zwölf Stunden wieder aufhalten. Alle Regeln gelten auch für den Einsatz von Bodensprühgeräten.

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Die chemische Bekämpfung aus der Luft sollte eigentlich am kommenden Montag beginnen, jetzt wurde der Start aber auf den 17. Mai verschoben. „Die konkreten Termine richten sich nach dem Austrieb des Eichenlaubes und der Larven-Entwicklung“, so der Landkreis Gifhorn. >> Allgemeinverfügung und Gebietsübersicht

Fraßgift „Foray ES“ tötet Raupen ab

Gesprüht wird das Biozid „Foray ES“. Während das Fraßgift die Raupen des Eichenprozessionsspinners abtötet, soll es besonders nützlingsschonend und etwa für Bienen ungefährlich sein. Es zeichne sich durch eine sehr gute Pflanzenverträglichkeit aus, heißt es.

BUND kritisiert Einsatz

Der BUND hatte ähnliche Gift-Einsätze kritisiert. Das eingesetzte Mittel werde unpräzise versprüht und könne bei Menschen Allergien auslösen. Außerdem, so der BUND, könne „Foray ES“ durch starken Wind in Gewässer verdriftet werden, wo es toxisch auf Wasserorganismen wirke.

Und: Es wirke spezifisch auf alle Raupen – nicht nur des Eichenprozessionsspinners. Das könne vor allem für Vogel- und Fledermausarten mit spezifischem Beutespektrum das negative Auswirkungen haben. (ck)