Gifhorn 

Kreis Gifhorn: Menschen bringen Jungstorch in Lebensgefahr – „Er wäre ganz qualvoll gestorben!“

Das Nabu-Team aus Leiferde (Kreis Gifhorn) kümmert sich im Storchenkindergarten liebevoll um die geschwächten und verletzten Jungvögel.
Das Nabu-Team aus Leiferde (Kreis Gifhorn) kümmert sich im Storchenkindergarten liebevoll um die geschwächten und verletzten Jungvögel.
Foto: Nabu Leiferde

Leiferde. Die Mitarbeiter des Nabu-Artenschutzzentrums Leiferde im Kreis Gifhorn sind geschockt und frustriert. Schuld sind wir Menschen.

Fast wäre ein kleiner Jungstorch aus dem Kreis Gifhorn elendig krepiert – nur durch Glück konnte ihm noch geholfen werden.

Gifhorn: Jungstorch verhält sich merkwürdig – nicht ohne Grund

Was war passiert? Ein aufmerksamer Nestbesitzer aus Westerholz (Gifhorn) war aufgefallen, dass sich einer seiner Jungstörche sehr merkwürdig verhält. Daher rief er am Mittwoch den zuständigen Storchenbetreuer. Mit Hilfe der Feuerwehr konnte dieser den kleinen Storch aus seinem Nest nehmen und ihn genauer untersuchen.

Dabei sah er direkt, dass ein Gummiband über dem Oberschnabel festsaß – und sich sogar schon eine Rille im Schnabel gebildet hatte. Der besorgte Storchenbetreuer brachte das Tier direkt nach Leiferde, wo der arme kleine Storch von dem Fremdkörper befreit wurde.

Nabu-Artenschutzzentrum Leiferde rettet Storch das Leben

„Er wäre sonst ganz qualvoll gestorben“, sagte Bärbel Rogoschik vom Nabu-Artenschutzzentrum zu news38.de.„Der Jungstorch machte einen sehr geschwächten Eindruck, konnte den Kopf kaum heben, war mager, hatte Atemgeräusche und seine Luftröhre war nicht frei.“

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Es sei aber auch zu befürchten gewesen, dass er weitere Gummibänder geschluckt hatte. Leider bewahrheitete sich das: In der Nacht warf der junge Storch ein riesiges Gewölle von 136 Gramm, zehn mal fünf Zentimeter lang, mit zahlreichen Gummibändern!

„Hat ein Weißstorch eine größere Anzahl dieser Bänder geschluckt, ballen sich diese als unverdauliche Masse in der Speiseröhre oder im Magen zusammen. Solche Fälle treten seit einigen Jahren immer wieder auf“, berichtet Rogoschik weiter.

Jungstorch aus Westerholz ist jetzt in Hannover

Um dem betroffenen Tier weiterhin zu helfen, wurde der Storch am Donnerstag in die Tierärztliche Hochschule nach Hannover gebracht. Dort soll er jetzt aufgepäppelt werden.

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Klar ist: So hilfreich Gummibänder für uns Menschen seien mögen, so negativ können sich Gummibänder in der freien Landschaft auswirken. So zum Beispiel für Weißstörche.

Störche auf Futtersuche – der Geschmack spielt keine Rolle

Denn Störche nehmen zahlreiche Insekten und Würmer auf, um diese an ihre Jungtiere im Nest zu verfüttern. Von der Form her sind Gummibänder für diese Vögel Würmer, der Geschmack spielt keine Rolle.

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„Wir fragen uns immer wieder, wo haufenweise Gummibänder herumliegen, die von Störchen aufgenommen werden können“, so Rogoschik. Wer Hinweise dazu hat, darf sich gerne per E-Mail an das Artenschutzzentrum wenden. (ck)