Gifhorn 

Gifhorn vermeintlich auf einmal mittendrin im Tönnies-Skandal – aus diesem Grund

Das Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück. An sich hat es nichts mit dem Kreis Gifhorn zu tun. Aber jetzt gibt es neuerdings eine verbotene Verbindung... (Symbolbild)
Das Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück. An sich hat es nichts mit dem Kreis Gifhorn zu tun. Aber jetzt gibt es neuerdings eine verbotene Verbindung... (Symbolbild)
Foto: imago images / Noah Wedel

Gütersloh/Gifhorn. Was hat der Kreis Gifhorn mit dem Tönnies-Skandal im Kreis Gütersloh zu tun? Nichts. Korrekt.

Dennoch wird Gifhorn in diesen Tagen hin und wieder mal im Kontext um den Corona-Skandal beim Fleisch-Giganten genannt. Der Grund ist so banal wie verboten.

Gütersloh: Einwohner fühlen sich nach Tönnies-Skandal stigmatisiert

Fakt ist: Die Menschen im Kreis Gütersloh fühlen sich nach Bekanntwerden des Corona-Massenausbruchs im Tönnies-Werk stigmatisiert. Und der ein oder anderer Autobesitzer mit dem Kennzeichen GT für Gütersloh dürfte zuletzt ein mulmiges Gefühl gehabt haben.

Phänomen Hasskennzeichen: GT steht für „Gehirntod“

Denn schnell machten in sozialen Netzwerken Gerüchte die Runde, dass GT-Fahrzeuge demoliert worden seien – etwa im benachbarten Bielefeld.

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Die dortige Polizei bestätigte news38.de, dass es Sachbeschädigungen gegeben habe. Konkretes könne sie aber noch nicht nennen. Gleichwohl spotten die Bielefelder schon länger über das GT. Für sie steht es für „Gehirntod“.

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Aus Beckum im benachbarten Kreis Warendorf wurde ein Fall bekannt, bei dem zwei Fahrzeuge mutmaßlicher Tönnies-Mitarbeiter aus Rumänien in Flammen aufgingen – mutmaßlich war es Brandstiftung. Aber jetzt kommt Gifhorn ins Spiel!

Aus Angst vor Hass: Aus GT wird GF

Medienberichten zufolge finden sich etwa bei Facebook und Whatsapp Anleitungen dafür, wie man durch Überkleben aus seinem derzeit so unpopulären GT-Kennzeichen etwa ein GF-Kennzeichen machen kann. Und schon wohnt man angeblich in Gifhorn. Wahlweise kann man sein Fahrzeug auch in GI - also Gießen - anmelden. Illegal, versteht sich.

Die zuständige Polizei in Bielefeld kennt die Berichte. „Wir haben aber bislang weder eigene Feststellungen gemacht noch ist bisher jemand deswegen an uns herangetreten“, so die Sprecherin.

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Klar ist: Beim Verändern des Kennzeichens handelt es sich nicht um ein Kavaliersdelikt. Das sagt die Straßenverkehrsordnung (§ 22 Absatz 1 Nummer 3 StVG) dazu:

  • „Wer in rechtswidriger Absicht das an einem Kraftfahrzeug oder einem Kraftfahrzeuganhänger angebrachte amtliche Kennzeichen verändert, beseitigt, verdeckt oder sonst in seiner Erkennbarkeit beeinträchtigt, wird, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“

Nach Tönnies-Ausbruch: Lage entspannt sich langsam

Immerhin: Die Zahl der Neuinfektionen ist pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh weiter gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 50,5. Am Vortag lag diese Infektions-Kennziffer noch bei 56,0 und am Freitag bei 76,6.

Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert für das Ende der regionalen Kontaktbeschränkungen im Kreis gilt der Wert 50. (ck mit dpa)