Gifhorn 

Gifhorn: Feuerwehrmann sieht verletztes Kind und hilft sofort – Mama: „Schlimmste Situation im Leben!“

In Gifhorn hat sich ein Feuerwehrmann um einen schwer verletzten Jungen gekümmert. (Symbolbild)
In Gifhorn hat sich ein Feuerwehrmann um einen schwer verletzten Jungen gekümmert. (Symbolbild)
Foto: imago images / onw-images

Gifhorn. Dramatische Momente in Gifhorn! Fin (11) ist mit seinem Fahrrad auf dem Weg in die Schule, als eine abbiegende Autofahrerin den Jungen erwischt.

Der Junge verletzt sich bei dem Unfall auf der Braunschweiger Straße in Gifhorn, steht unter Schock. Doch er hat Glück im Unglück: Pascal Grußendorf von der Freiwilligen Feuerwehr Rötgesbüttel ist zufällig am Unfallort und nimmt sich ohne Zögern des Jungen an.

Gifhorn: Schüler wird bei Unfall verletzt – die Reaktion eines Ersthelfers berührt

Wegen eines Termins war Pascal an diesem Morgen nach Gifhorn gefahren. Als er auf die Kreuzung zusteuert, weiß er sofort: Hier stimmt etwas nicht. Menschen rennen auf die Kreuzung, ein Kinderfahrrad liegt auf der Straße.

Mittendrin: Der elfjährige Fin, der augenscheinlich bei dem Unfall verletzt wurde, sitzt mutterseelenallein am Straßenrand.

Ohne zu zögern stellt Pascal sein Auto am Straßenrand ab, schnappt sich den Erste-Hilfe-Koffer und läuft zu dem Kind. „Ich habe ihm gesagt, ich sei Feuerwehrmann, habe ihn nach seinem Namen gefragt und ob er Schmerzen hat“, erinnert sich Pascal im Gespräch mit news38.de.

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„Als er sagte, dass ihm das Gesicht weh tut, habe ich gesehen, dass ihm Zähne fehlen.“ Doch der kleine Fin beschwert sich nicht. „Er stand unter Schock. Er hat nicht geweint, er war sehr mutig und cool“, findet Pascal.

Ersthelfer? Das kannst du tun:

  • Anhalten und nachschauen
  • wichtig: sicher dich auch selbst ab mit Blinker, Weste und Dreieck
  • Überblick an der Unfallstelle verschaffen, Notruf kontaktieren
  • wenn notwendig, erste Hilfe leisten

Nicht nur Fins Zähne sind in Mitleidenschaft gezogen worden

Wie viel Mumm er tatsächlich bewiesen hat, stellen die Ärzte später im Krankenhaus fest: Fin fehlten nicht nur Zähne, auch seine Nase war gebrochen.

Währenddessen informieren Arbeiter an der nahegelegenen Baustelle Polizei und Rettungsdienst über den Unfall. Pascal bleibt bei dem Kind, hält Augenkontakt, schafft Vertrauen. Der persönliche Kontakt wirkt beruhigend, weiß der Feuerwehrmann.

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Und genau das hat dem Elfjährigen ein Gefühl der Sicherheit gegeben. „Er hat mir noch am selben Tag von einem Feuerwehrmann erzählt, der sich ganz lieb um ihn gekümmert und ihn Beistand geleistet hat“, berichtet Fins Mama Angie.

Mutter auf der Suche nach dem Ersthelfer

Weil der Helfer eine so wichtige Rolle für ihren Sohn spielte, will sie den ihn finden und sich persönlich bei ihm bedanken. Bei Facebook startet sie einen Aufruf. Wenige Tage später trudelt eine Nachricht von Pascal in ihrem Postfach ein, der von einem Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr auf den Beitrag aufmerksam gemacht wurde.

Über die Mail hat sich die Mama „so sehr gefreut, dass ich weinen musste“, erzählt sie news38.de. Zu Fins Begeisterung verabredet sich das Trio auf eine Tasse Kaffee. „Wir möchten uns bei ihm bedanken, dass er nicht wie alle anderen weitergefahren ist, sondern angehalten hat und meinen Sohn so toll zur Seite stand“, erklärt Angie.

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Ein „Danke“ für den Feuerwehrmann

„Ich weiß gar nicht, wie ich das wieder gut machen kann. Er stand meinem Kind in der schlimmsten Situation in seinem Leben zur Seite, dafür möchte ich einfach vom ganzen Herzen 'Danke' sagen“, so die erleichterte Mutter.

Pascal freut sich über die Anerkennung, doch Helfen ist für den Feuerwehrmann selbstverständlich. An alle Verkehrsteilnehmer richtet er daher einen wichtigen Appell: „Jeder, der so eine Szene mitbekommt, sollte Erste Hilfe leisten. Mit einem Anruf bei der 110 oder 112 ist schon viel getan“, sagt Pascal und lobt die Bauarbeiter, die sich mit dem Notruf genau richtig verhalten haben.

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Auch dank ihnen geht es Fin heute wieder gut – dafür möchten sich Mama und Sohn bei allen Helfern bedanken. Am Freitag haben sich Fin und Pascal noch einmal getroffen. Als Dankeschön gab es einen Bilderrahmen mit Botschaft für den Helfer. (vh)