Gifhorn 

Kreis Gifhorn: Unbekannte machen sich an Baby-Grab zu schaffen – „Ich bin so unfassbar traurig“

Im Kreis Gifhorn ist innerhalb kürzester Zeit zweimal ein Babygrab geschändet worden.
Im Kreis Gifhorn ist innerhalb kürzester Zeit zweimal ein Babygrab geschändet worden.
Foto: Privat

Sassenburg. „Es ist das einzige, was von unser Tochter geblieben ist“, erzählt Anna-Berit Klaus mit brüchiger Stimme. 2014 erblickte ihre Tochter Johanna-Marie kerngesund das Licht der Welt. Nach vier Tagen wird sie plötzlich krank, Fieber bricht aus. Nur acht Tage nach der Geburt verstirbt Johanna-Marie. Später wird diagnostiziert, dass sie sich mit eine Herpesvirus infiziert hatte.

Das Grab in Grußendorf, ein Ortsteil von Sassenburg im Kreis Gifhorn, dient der vierköpfigen Familie als Erinnerungsort. „Der Ort, wo wir für sie alles schön machen können“, berichtet die Mutter. Doch jetzt ist das kleine Grab bereits zweimal geschändet worden. Ein Unbekannter hat den Grabstein besprüht, Deko geklaut, Blumen zerstört.

Kreis Gifhorn: Kindesgrab beschmiert und geschändet

Am 27. Juli besucht die Familie das Grab, legt einen Blumenstrauß ab. Doch nur eine Woche später meldet sich Anna-Berits Schwester: Das Grab sei verwüstet worden. Das Bild in Herzform ist mit weißem Lack übersprüht, Erde ist auf die weißen Steine geschmissen und Blumen sind demoliert worden.

Dekoartikel fehlen, darunter ein Einhorn, das von der vierjährigen Schwester als Geburtstaggeschenk niederlegt worden war. Am 31. März wäre Johanna-Marie sechs geworden.

Die Mutter bricht zusammen, die Kinder verstehen die Welt nicht mehr. Wer tut so etwas? Und warum? Eine Firma, die den Grabstein aufgestellt hat, reinigt ihn und erneuert die Schrift, die ebenfalls Farbe abbekommen hat. Doch damit nicht genug.

____________

Mehr Themen aus der Region:

____________

„Jedes Mal bricht für uns eine Welt zusammen“

Vergangenen Samstag geht die Familie abends erneut zum Grab, will die Blumen gießen. Wieder trifft sie der Schlag.

Diesmal ist zwar nichts entwendet worden, doch erneut ist das kleine Bild auf dem Stein mit weißem Lack übersprüht worden. „Ich bin so unfassbar traurig, jedes Mal bricht für uns eine Welt zusammen“, versucht die 31-Jährige ihre Gefühle in Worte zu fassen.

Gerade für ihre vierjährige Tochter und den ein Jahr älteren Sohn sei die Tat unverständlich. „Sie verstehen die Welt nicht mehr“, so die Mutter. Beide Male habe sie Anzeige gegen Unbekannt erstattet, bisher gibt es keine Hinweise auf einen Täter.

Unbekannter könnte aus Schadenfreude wieder zu schlagen

Die Familie aus Lessien hat keine Vermutung, wer hinter den schrecklichen Taten stecken könnte. Der Friedhof sei öffentlich zugänglich, doch bisher ist nur das Grab der kleinen Johanna-Marie beschmiert und verwüstet worden.

Die Polizei Gifhorn, zuständig für den Fall, betont, dass weiterhin in alle Richtung ermittelt werde.

Es ist nicht auszuschließen, dass der oder die Täter Freude daran verspüren, der Familie zu schaden. Deshalb ist es durchaus wahrscheinlich, dass der Unbekannte nochmals zuschlägt. Daher bittet die Polizei weiterhin um Hinweise (05371/9800) durch aufmerksame Zeugen.