Gifhorn 

Kreis Gifhorn: Mann erleidet schweren Schicksalsschlag – doch jetzt wird er zum Internet-Star

Patrick „Grofy“ Grofmeier aus Seershausen im Landkreis Gifhorn hat inzwischen eine Fangemeinde im Internet. Dass sich sein Leben so entwickelt, habe er sich vor ein paar Jahren nicht vorstellen können, sagt er.
Patrick „Grofy“ Grofmeier aus Seershausen im Landkreis Gifhorn hat inzwischen eine Fangemeinde im Internet. Dass sich sein Leben so entwickelt, habe er sich vor ein paar Jahren nicht vorstellen können, sagt er.
Foto: @grofygehtangeln

Gifhorn. Patrick „Grofy“ Grofmeier aus Seershausen im Landkreis Gifhorn brauchte erst einen Schicksalsschlag, um seine Leidenschaft zu entdecken.

Ende 2017 zerstörte er sich beim Hallenfußball das Knie – bis dahin drehte sich „Grofys“ Leben nur um den Fußball. Aktiv wie passiv. Er war Spieler, Trainer und Schiedsrichter.

Kreis Gifhorn: „Grofy“ fällt in ein Loch – sein Sohn hat eine Idee

Patrick fiel nach der Diagnose des Arztes in ein tiefes Loch. „Ich war am Boden zerstört, mich hat das komplett aus der Bahn geworfen“, erzählt „Grofy“ im Gespräch mit news38.de. Hinausgeholt aus dem Loch hat ihn sein Sohn.

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Er hatte die Idee, zusammen mit Patrick einen Angelschein zu machen. „Du kochst und grillst doch so gern und isst so gern Fisch – das wäre doch was“, habe er ihm gesagt, erzählt „Grofy“.

Gesagt, getan. Schon im Januar 2018 standen die beiden in Isenbüttel am Wasser. Allerdings habe zunächst fast kein Fisch angebissen. Ziemlich ernüchternd.

„Grofy geht angeln“ – am liebsten aktiv am Fluss

Erst nachdem er sich Tipps erfahrener Angler an einem Forellensee im Kreis Gifhorn eingeholt habe, habe er seinen Weg gefunden. „Ich wollte immer aktiv angeln und die Bewegung haben wie beim Fußball – zumal ich damals stark zugenommen hatte.“

Im September 2018 habe es bei ihm richtig geknallt: „Da war die Kühlbox voll mit Fischen!“ Für „Grofy“ war das die Initialzündung. Seitdem angle er „in freier Wildbahn“, vor allem an Flüssen. Schnell habe er seinen ersten Hecht gefangen – der war 67 Zentimeter lang. „Dann war ich voll im Fieber!“

Zu der Zeit startete Patrick damit, bei Instagram und Facebook unter „Grofy geht angeln“ Fotos seiner Angel-Touren und -Erfolge hochzuladen. Das habe sich dann weiterentwickelt. Schnell kamen die Likes.

„Dann habe ich versucht, das eins zu eins wiederzugeben, was ich am Wasser erlebe. Die Leute sollen daran teilhaben, als wären sie live dabei“, beschreibt der 41-Jährige seine Idee. „Die Leute sagen, ich sei authentisch.“

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Inzwischen hat er eine echte Internet-Fangemeinde. Sogar einen Livestream habe er schon gestartet – 75 Follower haben ihm zugesehen. Gefangen habe er dabei aber nichts.

Patrick ist kein typischer Ansitz-Angler „à la Opa vor 50 Jahren“, sondern angelt am liebsten aktiv mit Kunstködern an Fließgewässern im Kreis Gifhorn.

Es geht Patrick nicht um den Fang, sondern ums Angeln

„Wenn dann ein Fisch anbeißt – das ist Adrenalin pur“, beschreibt er das Gefühl. Dabei seien auch bloße Kontakte mit großen Fischen echte Highlights. Sprich: „Grofy“ geht es nicht um Rekordfänge. „Ich gebe nicht auf und kämpfe bis ich einen Fischkontakt habe“ – darum gehe es ihm. Angeln sei eine Sache des Willens, der Motivation.

Wobei er sich gern an den 69 Zentimeter langen Döbel erinnert. Das vier Kilo schwere „Monstrum“ habe er vorletzte Woche gefangen, erzählt der gebürtige Rheinländer. „Inzwischen bin ich von sieben Tagen in der Woche sechseinhalb am Wasser. Ich kann nicht mehr ohne. Für mich ist das Lifestyle.“

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„Angebissen“ haben inzwischen auch mehrere Firmen im Bereich Angelzubehör. Die Zusammenarbeit mit denen trennt Patrick aber bewusst von seinem „Angel“-Tagebuch. Bei „Grofys Pool“ berichtet er als Angel-Influencer von seinen Produkterfahrungen. (ck)