Gifhorn 

Landkreis Gifhorn: Mutter sitzt jeden Tag vorm Rathaus – sie hat eine klare Botschaft!

Anja M. aus dem Landkreis Gifhorn möchte ein Zeichen setzen. Deshalb sitzt sie nun jeden Tag vor dem Rathaus der Samtgemeinde.
Anja M. aus dem Landkreis Gifhorn möchte ein Zeichen setzen. Deshalb sitzt sie nun jeden Tag vor dem Rathaus der Samtgemeinde.
Foto: Privat

Gifhorn. Wer dieser Tage am Rathaus der Samtgemeinde Papenteich im Landkreis Gifhorn vorbeikommt, der trifft vielleicht auch auf Anja M.

Denn die Mutter aus dem Landkreis Gifhorn sitzt jeden Tag dort. Von 9 bis 10 Uhr. Und sie hat eine klare Botschaft!

Landkreis Gifhorn: Deshalb sitzt eine Frau jeden tag vor dem Rathaus

Anja M. will nicht länger tatenlos zusehen. Sie möchte den Menschen helfen. Genauer noch: Sie möchte den Menschen aus dem Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos helfen. „Meine Familie würde ein Kind aus Moria aufnehmen“, so lautet ihre Botschaft.

+++ Moria: Nach Brandkatastrophe auf Lesbos – Feuer neben Flüchtlingslager auf Samos ausgebrochen ++ Deutschland nimmt weitere Flüchtlinge auf +++

Damit sitzt sie seit Montag vor dem Rathaus der Samtgemeinde Papenteich. Und will das nun jeden Tag tun. So lange, bis sich bis sich etwas tut. Die 43-Jährige ist selbst Kinder-Krankenschwester. Dass so viele Kinder in Moria von großem Leid betroffen sind, sei für sie kaum zu ertragen. „Es ist so schrecklich“, sagt Anja im Gespräch mit News38.

--------------------

Das ist das Lager Moria:

  • Europas größtes Flüchtlingslager
  • liegt auf der griechischen Insel Lesbos nahe der Ortschaft Moria
  • für knapp 3000 Menschen ausgelegt – zeitweilig lebten jedoch rund 20.000 Menschen dort
  • Anfang September ereignete sich ein Großbrand, der das Lager fast vollständig zerstörte

--------------------

+++Niedersachsen: Polizeigewalt auf Video! Beamter schlägt 19-Jährigen vor laufender Kamera – Polizei erklärt Vorgeschichte+++

Mutter aus Gifhorn: „Wo sind die Werte?“

„Ich wundere mich, was mit Europa los ist“, fährt sie fort. „Die EU ist eine Wertegemeinschaft. Aber wo sind die Werte?“, fragt sie traurig. Deshalb möchte sie Gesicht zeigen und auch anderen Menschen Mut machen, sich zu engagieren.

Keine einfache Aufgabe. Viele Menschen hätten zunächst weggeschaut, als sie die Mutter mit ihrem Schild vor dem Rathaus gesehen hätten. Ein Mann sei vorbeigelaufen und hätte „Schande“ vor sich hin gemurmelt. „Aber Moria ist ja auch eine Schande“, sagt Anja.

--------------------

Mehr Themen:

Eintracht Braunschweig startet Dauerkarten-Verkauf – das solltest du unbedingt wissen!

VW: Mitarbeiter verpfeifen sich gegenseitig, damit sich Skandale nicht wiederholen

Tankumsee in Gifhorn: Gewalt und sexuelle Belästigung im Lokal? Die Polizei ermittelt!

--------------------

Gifhornerin will Flüchtlingskind aufnehmen

Dass Deutschland nun beschlossen hat, weitere Flüchtlingsfamilien aufzunehmen, „finde ich toll“, sagt sie. Das zeige Stärke und Werte. Und jeder, der helfen will, könne etwas für die Menschen tun. Jede noch so kleine Unterstützung würde helfen, sei es der „Papierkram, ein Behördengang, oder etwas Zeit einzuräumen.“

+++ Hund in Gifhorn ausgesetzt: Tierheim ist fassungslos – „Eiskalt im Stich gelassen“ +++

Sie hofft, dass es vielleicht Nachahmer gibt, die sich zu ihr gesellen. Oder in anderen Landkreisen und Städten eine Botschaft vor das Rathaus bringen. „Das wäre ein Traum“, sagt sie.

Anja ist selbst Mutter von mehreren Kindern, in ihrem Haus ist immer etwas los. Ein extra Kinderzimmer habe sie zwar nicht, „aber ich habe Liebe und Zeit zu geben“, sagt sie. Das sei viel mehr wert. (fno)