Gifhorn 

Gifhorn: In Käfig gesperrt! Mädchen erleben Horror in Wohngruppe – Urteil gegen Pädagogen-Paar gefallen

Das angeklagte Ehepaar wartet im Landgericht auf den letzten Prozesstag. Am Donnerstag fiel das Urteil gegen das „Pädagogen“-Paar aus Gifhorn.
Das angeklagte Ehepaar wartet im Landgericht auf den letzten Prozesstag. Am Donnerstag fiel das Urteil gegen das „Pädagogen“-Paar aus Gifhorn.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Gifhorn/Hildesheim. Heftige Geschichte aus Gifhorn!

In einer von einem Pädagogen-Paar aus Gifhorn geleiteten Wohngruppe für hilfsbedürftige Kinder ist es nach Überzeugung des Landgerichts Hildesheim zu sexuellem Missbrauch und Misshandlungen gekommen. Die Strafkammer verurteilte einen 57 Jahre alten Erzieher aus Gifhorn am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten.

Urteil gegen Paar aus Gifhorn gefallen – das sind die Strafen

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er zwischen 1998 und 2007 zwei Mädchen quälte, indem sie noch als Schülerinnen mehrere übereinander geklebte Windeln tagelang tragen mussten.

Gifhorn: Mädchen in Hundekäfig gesperrt

Laut einem Gerichtssprecher soll der Mann damit seine sexuellen Neigungen ausgelebt haben. Eines der Kinder wurde auch in einen Käfig gesperrt.

Verurteilt wurde der 57-Jährige zudem wegen zweier sexueller Übergriffe auf ein Kind in der Badewanne beziehungsweise in einem Bett. Betroffen war ein Mädchen, das vom Kleinkindalter an 13 Jahre lang in der Gruppe gelebt hatte.

Die mitangeklagte 61 Jahre alte Ehefrau erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, hauptsächlich weil sie die Taten zugelassen habe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Fall war ins Rollen gekommen, nachdem eine frühere Bewohnerin Anfang 2019 zur Polizei gegangen war. >> Das sagt die Diakonie zu den Vorfällen

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Die Sozialpädagogin saß für kurze Zeit, ihr Mann ein Jahr lang in Untersuchungshaft. Bis zu ihrer Festnahme hatten sie mehr als 25 Jahre lang die familienähnliche Wohngruppe für teils traumatisierte Kinder geleitet.

Ursprünglich war der Erzieher wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs in zwölf Fällen und schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen in vier Fällen angeklagt. Vier junge Frauen traten als Nebenklägerinnen auf.

Vorwürfe in Bezug auf zwei weitere frühere Bewohnerinnen konnten nicht bewiesen werden. Deshalb gab es hinsichtlich dieser Taten einen Freispruch. Vieles spreche zwar dafür, dass es so gewesen sei, wie die beiden Zeuginnen es schilderten, sagte der Gerichtssprecher.

Gifhorn: Hinweise auf sexuellen Missbrauch gab es wohl nicht

Allerdings sei laut Gutachten nicht zu belegen, dass das Geschehen sich wirklich so abgespielt hat. Eine der Frauen hatte von Träumen berichtet, eine andere von Erinnerungen im Zuge einer therapeutischen Aufarbeitung.

Eure Meinungen zu dem Urteil sind eindeutig. Bei Facebook schreibt ihr zum Beispiel:

  • „Kein Wunder, dass es immer wieder solche Menschen geben wird, die haben doch nichts zu befürchten. Ihre Opfer haben hingegen lebenslänglich. Echt erschreckend solch Urteil.“ (Anja)
  • „Ich lach mich kaputt... Das ist doch wohl ein schlechter Scherz?!“ (Tamara)
  • „Lächerlich! Hier in Deutschland kann man sich alles erlauben, die Strafen sind ein Witz! Aber wehe, du zahlst keine Steuern, dann wollen sie dich gleich einsperren.“ (Marcel)
  • „Die Urteile sind ein Witz,typisch deutsche Rechtsprechung!“ (Hans-Werner)
  • „Kein Verständnis für derart leichte Strafen. So etwas macht mich sprachlos und traurig... Die Frau bekommt nur eine Bewährungsstrafe und die Mädchen müssen ein Leben lang mit den psychischen Folgen leben. Wo ist die Gerechtigkeit?“ (Lydia)

Das Tragen der Windeln hatte das Paar dagegen sogar protokolliert. Bei einer polizeilichen Vernehmung hatte der Mann von einer Art Re-Inszenierung zur Aufarbeitung früherer Traumata gesprochen.

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Als die Übergriffe geschahen, war die Gruppe in Trägerschaft der Diakonischen Heime Kästorf. 2007 wurde das Arbeitsverhältnis mit dem Ehepaar aufgelöst, und es suchte sich einen neuen Träger. Hinweise auf sexuellen Missbrauch gab es laut Diakonie nie. (dpa/ck)