Gifhorn 

AfD Gifhorn postet Foto von Hotel auf Facebook – Inhaber wütend „Anwalt eingeschaltet“

Die AfD Gifhorn will die Gastronomie unterstützen. Doch das kommt nicht gut an.
Die AfD Gifhorn will die Gastronomie unterstützen. Doch das kommt nicht gut an.
Foto: imago images / Christian Spicker; Screenshot Facebook (Montage: News38)

Dieser Schuss ging für die AfD Gifhorn mal wieder nach hinten los. Auf Facebook teilt die Partei ein Foto eines Hotels in Gifhorn und will damit ein Statement gegen die neuen Corona-Beschlüsse setzen. Doch dem Inhaber passt der AfD-Post gar nicht.

Fraktionschef Stefan Marzischewski-Drewes von der AfD Gifhorn hat am Freitag auf Facebook einen langen Text zum Thema Gastronomie-Schließung während des Lockdowns gepostet. Dazu stellte er ein Foto des Hotels und Restaurant Deutsches Haus mit Blick auf das Haus samt Unternehmens-Schriftzug.

AfD Gifhorn hat Hausverbot

Darüber schreibt er: „Die AfD steht an der Seite der Gastronomie in Gifhorn. Frau Merkel, die CDU und SPD handeln unverhältnismäßig. Alarmismus und Panikpolitik beenden.“

Eigentlich wollte die AfD Gifhorn damit die Betriebe unterstützen. Doch der Schuss geht nach hinten los. Denn Inhaber und Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Armin Schega-Emmerich, wurde auf diesen Post aufmerksam gemacht.

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Mehr über die AfD:

  • Die Partei wurde 2013 als EU-kritische und rechtsliberale Partei gegründet.
  • Partei-Mitbegründer Bernd Lucke trat 2015 aus der Partei aus, als diese immer weiter nach rechts rückte.
  • Auch seine damalige Rivalin und Nachfolgerin als Parteivorsitzende, Frauke Petry, knickte zwei Jahre später ein und verließ die Partei.
  • Aktuell gibt es einen innerparteilichen Kampf zwischen einem rechtskonservativen und einem völkisch-nationalistischen Parteiflügel um die Vorherrschaft.
  • Mittlerweile ist die AfD in allen deutschen Landesparlamenten vertreten. Im Bundestag stellt sie nach CDU/CSU und SPD die drittgrößte Fraktion.

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Und ihm gefällt das so gar nicht. Er distanziert sich ausdrücklich von der AfD. Die Partei hat in dem Lokal in Gifhorn nämlich Hausverbot. Gegenüber dem Magazin „Kurt“ betont er: „Wir sind ein offenes Haus. Alle Parteien tagen in unseren Räumen – von der CDU über die SPD, die FDP und die Grünen bis zu den Linken und neuerdings auch die ÖDP. Aber die AfD möchten wir in unserem Haus nicht haben!“

AfD Gifhorn will Fall prüfen

Der Inhaber will in den sozialen Netzwerken selbst noch etwas posten, damit kein falscher Eindruck bei Gästen entsteht. Auch geht er einen drastischen Schritt. „Wir haben einen Anwalt eingeschaltet und streben eine einstweilige Verfügung an“, sagt er gegenüber der „Wolfsburger Nachrichten“.

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Die AfD Gifhorn hält ihren Beitrag aber durchaus für rechtens. Fraktionschef Marzischewski-Drewes weist die Kritik des Hoteliers zurück: „Die Aufnahme ist durch die Regelungen der Panoramaöffentlichkeit zulässig.“ Er will das Ganze juristisch prüfen lassen. Sein Argument: Der Name des Hotels wurde im Text nicht genannt. (ldi)