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Gifhorn 

„Als regionale Bank sind wir so etwas wie ein Nachhaltigkeitsfaktor.“

Auch in der Geldanlage erfährt das Thema Nachhaltigkeit immer größeren Zuspruch.
Auch in der Geldanlage erfährt das Thema Nachhaltigkeit immer größeren Zuspruch.
Foto: Pixabay
Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt in allen Lebensbereichen an Fahrt, das gilt auch für die Volksbank Südheide – Isenhagener Land – Altmark. Die Bank legt ihren Fokus darauf und hat mit Tjark Klindworth aus Celle einen Innovationsmanager, der sich unter anderem auch mit Nachhaltigkeit beschäftigt.

In unserem Interview verrät der Experte mehr über dieses Thema in Verbindung mit dem Geldinstitut.

Herr Klindworth, was hat es mit dem Thema Nachhaltigkeit auf sich?

Tjark Klindworth: Nachhaltigkeit bestimmt die Wirtschaft der Zukunft, so viel ist sicher. Der Megatrend ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und wird auch noch mal durch die Corona-Krise forciert.

Das merken wir im privaten Bereich ebenso wie bei unseren Mitgliedern und Kunden, bei Geschäfts- und Verbundpartnern, Lieferanten und letztlich auch bei der Bankenaufsicht.

Was bedeutet es also konkret für die Volksbank?

Tjark Klindworth: Das Thema Nachhaltigkeit ist vielschichtig. Das eigene Verhalten unserer Mitarbeiter ist ebenso betroffen wie unser gesamtes Wirtschaften als Regionalbank vor Ort. Es geht also ganz banal um unsere eigene Ressourcenverwendung beziehungsweise deren Einsatz in unterschiedlichen Bereichen.

Dazu gehören auch unsere eigenen Aufträge, die wir an Lieferanten oder Dienstleister vergeben. Alle baulichen und technischen Aufträge zum Beispiel vergeben wir – wenn irgend möglich – an Handwerker aus unserer Region. Das ist regional nachhaltig und bedeutet auch kurze Fahrwege.

Darüber hinaus ist es natürlich ein Thema, das immer mehr Mitglieder und Kunden intensiv bewegt – bei der Geldanlage, beim Umweltschutz und in vielen anderen Bereichen. Und nicht zuletzt sind wir als regionale Bank an sich auch so etwas wie ein Nachhaltigkeitsfaktor.

Das müssen Sie näher erklären – was macht die Bank an sich zu einem Nachhaltigkeitsfaktor?

Tjark Klindworth: Das ist ganz einfach. Nehmen wir das Thema Beratung. Wir sind in der Region zu Hause, unsere Berater leben vor Ort. Ich bin sicher, dass eine Beratung ehrlicher und fairer verläuft, wenn der Beratende weiß, dass er seinem Kunden in ein paar Tagen beim Einkauf begegnen kann. Ich will damit sagen, auch unsere Beratung ist nachhaltiger, denn es geht nicht um den schnellen Geschäftsabschluss, sondern um eine langfristige – und damit nachhaltige – Zusammenarbeit.

In Bezug auf die Beratung nachvollziehbar, aber gibt es darüber hinaus noch weitere Argumente?

Tjark Klindworth: Ja, natürlich. Zum Beispiel sind wir für das gesellschaftliche Leben in unserer Region ein positiver Faktor. Nehmen Sie nur unser Engagement für die lokalen Vereine, Institutionen und Einrichtungen. Mit Spenden und anderen Unterstützungsleistungen in Höhe von über 200.000 Euro pro Jahr fördern wir das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen vor Ort, die mit ihrem Einsatz dazu beitragen, unser aller Leben ein bisschen besser, angenehmer und sicherer zu machen. Von der Gewerbesteuer, die wir jährlich an die hiesigen Kommunen überweisen, einmal ganz zu schweigen. Wir können ja spaßeshalber mal ausrechnen, wieviel alle Direktbanken zusammen für das Wohl der Region beitragen – keinen Cent.

Was ist nun mit dem Thema Nachhaltigkeit aus Sicht der Kunden, zum Beispiel bei der Geldanlage?

Tjark Klindworth: Die Nachfrage ist enorm gestiegen, gerade im letzten Jahr. Viele Kunden legen mittlerweile verstärkt Wert darauf, dass ihre Kapitalanlagen nachhaltig sind. Dieser Trend ist tatsächlich massiv. Beim Fondsabsatz, also der Geldanlage in Investmentfonds unseres Partners Union Investment, ist der Anteil der nachhaltigen Fonds im vergangenen Jahr auf über 50 Prozent des Gesamtabsatzes gestiegen. Das heißt, mehr als die Hälfte aller Neuanlagen wurden in nachhaltige Fonds investiert. Wir reden hier in Summe von über 20 Millionen Euro Zuwachs allein in diesem Bereich.

Übrigens gibt es ganz neu sogar die gesetzliche Vorschrift zur verbindlichen Abfrage im Anlagegespräch, ob ein Kunde nachhaltig investieren will – daran sehen Sie die Bedeutung auch beim Thema Geldanlage. Diese neue gesetzliche Pflicht haben wir schon vorher erfüllt, denn die Frage gehört bei uns seit langem zum Standard.

Und wie sieht es in anderen Bereichen aus?

Tjark Klindworth: Ich finde, wir können auch nachhaltige Kredite. Zum einen haben wir gerade in den letzten Jahren erhebliche Kreditmittel für Investitionen im Bereich Nachhaltigkeit vergeben.

Denken Sie nur an das Thema Photovoltaik, wo wir im Geschäftsgebiet hunderte von ganz kleinen bis ganz großen Anlagen günstig finanziert haben. Dazu kommen etliche Finanzierungen von Modernisierungsmaßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung an Wohn- und Geschäftsgebäuden.

Und auch unser regionales Kreditgeschäft kann man als nachhaltig bezeichnen. Durch eine saubere Risikobewertung begleiten wir Kredit- beziehungsweise Finanzierungsvorhaben unserer Kunden nur dann, wenn wir überzeugt sind, dass die Kreditnehmer diese auch problemlos wieder zurückzahlen können. Wir weichen da nicht von unseren hohen Ansprüchen ab und fahren nach wie vor gut damit – auch wenn wir vielleicht an der einen oder anderen Stelle dann von weniger kritischen Wettbewerbern unterboten werden.

Und natürlich stammen die Kreditmittel, die wir in die Region ausgeben, auch aus der Region – nämlich den Einlagen unserer Kunden. Kurzum, nachhaltiges Bankgeschäft begegnet effektiv den enormen ökologischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit.

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