Harz 

Harz: Ex-Stasioffizier will für AfD in Bundestag

Einst Stasi-Offizier, nun Kandidat der rechtspopulistischen AfD im Bundestagswahlkreis Harz: Frank-Ronald Bischoff
Einst Stasi-Offizier, nun Kandidat der rechtspopulistischen AfD im Bundestagswahlkreis Harz: Frank-Ronald Bischoff
Foto: AfD Kreisverband Harz

Oberharz am Brocken. Mit einem ehemaligen Stasi-Offizier will die rechtspopulistische AfD bei der Bundestagswahl am 24. September den Wahlkreis 68 (Harz) erobern. Nach einem ersten Bericht der Magdeburger Volksstimme vom Wochenende über die Vergangenheit des AfD-Direktkandidaten Frank-Ronald Bischoff hat die Stasi-Unterlagenbehörde inzwischen die Existenz einer Kader-Karteikarte des heute 69-Jährigen bestätigt.

Demnach war Bischoff nach seiner zehnjährigen Zeit als Berufsoffizier bei den NVA-Luftstreitkräften von 1977 bis 1989 im Range eines Hauptmanns Offizier im besonderen Einsatz (OibE) beim Ministerium für Staatssicherheit.

Offiziell fungierte der heutige AfD-Kandidat hingegen zunächst als Mitarbeiter der Abteilung Inneres beim Rat des Kreises Halberstadt; damit sei er auch zuständig gewesen für die Bearbeitung von Ausreiseanträgen in den Westen. Später fungierte er beim Rat des Bezirks Magdeburg als "Beauftragter für Grenzfragen".

Für Grenze zur Region38 zuständig

Nach Informationen der Magdeburger Volksstimme war Bischoff damit für die innerdeutsche Grenze entlang der Region38 sowie die materiell-technische Versorgung der Roten Armee der Sowjetunion im Grenzbereich zuständig.

Medienanfragen gegenüber reagiert der in Stiege, einem Ortsteil von Oberharz am Brocken, wohnende Ex-Offizier schmallippig: "Er habe treu und gewissenhaft" seine "Aufgaben nach Recht und Gesetz der DDR erfüllt". Fragen zum Thema Stasi beantworte er nicht.

Aktuell ist Heike Brehmer (CDU) Inhaberin des Direktmandats im Landkreis Harz. Das möchte die AfD ändern: Der Wahlslogan des Kreisverbandes Harz lautet "Hol dir dein Land zurück" - ob damit die DDR gemeint ist?