Harz 

Vor Naziaufmarsch: Verdi schlägt Alarm

Rund 2.000 Gegendemonstranten werden in Goslar erwartet (Archivbild).
Rund 2.000 Gegendemonstranten werden in Goslar erwartet (Archivbild).
Foto: Oliver Dietze/dpa/

Goslar. Rechtextremisten planen in Goslar am 2. Juni Aufmarsch zum sogenannten "Tag der deutschen Zukunft". Verdi-Geschäftsführer Sebastian Wertmüller kritisierte jetzt den Umgang der Versammlungsbehörde und der Polizei mit der Veranstaltung. Wie die Gewerkschaft am Donnerstag mitteilte, sei Wertmüller verwundert darüber, dass die Behörde kein Gefahrenpotential erkennen könne.

Die Stadtverwaltung selbst geht davon aus, dass mindestens 300 Neonazis aus allen Teilen der Bundesrepublik anreisen werden. Die Rechten werben seit Monaten für die Veranstaltung. Die Stadt hatte nach eigenen Angaben keine rechtliche Möglichkeit gesehen, den Aufmarsch zu verbieten.

Eigene Route statt abgeschirmter Platz

Das sieht der Verdi-Geschäftsführer anders. Er erinnert daran, dass die Stadt Braunschweig im Juni 2011 zum gleichen Anlass "den Rechtsextremen die Demoroute gestrichen habe und nur einen abgeschirmten Platz am Hauptbahnhof zugestand. 'Das hätte auch Goslar gut zu Gesicht gestanden.' " Stattdessen werde den Anwohnern des südlichen Georegenberges der Hassaufmarsch zugemutet.

Neben den 300 Rechtsextremen werden etwa 2.000 Gegendemonstranten in Goslar erwartet. Auch die Gewerkschaft ruft zur Beteiligung an der Demo unter dem Motto "Goslars Zukunft bleibt bunt - kein Platz für Rassismus!" auf. Um ein Aufeinandertreffen der beiden Lager zu vermeiden, habe die Stadt unterschiedliche Demonstrationsrouten zugewiesen.