Harz 

Braunlage im Harz: Warum ist das Norovirus so gefährlich?

Im Maritim Berghotel im Harz sind mittlerweile 30 Gäste am hochansteckenden Noro-Virus erkrankt.
Im Maritim Berghotel im Harz sind mittlerweile 30 Gäste am hochansteckenden Noro-Virus erkrankt.
Foto: dpa/ Swen Pförtner
  • Im Maritim-Hotel in Braunlage im Harz ist der wahrscheinlich das Norovirus ausgebrochen.
  • Immer mehr Gäste stecken sich mit dem tückischen Virus an.
  • So kannst du dich gegen das Virus schützen.

Harz. Plötzliches Erbrechen, Magenkrämpfe, Durchfall - die Winterzeit ist Norovirus-Zeit. Das bekommen gerade auch die Gäste eines Harz-Hotels in Braunlage zu spüren. Hier klagen inzwischen mehr als 40 Gäste über Magen-Darm-Beschwerden.

Am Donnerstag wurde ein sogenannter "Massenanfall von Verletzten" ausgelöst. Also eine Situation, bei der eine größere Anzahl von Verletzten oder Betroffenen versorgt werden muss.

Die vermuten, dass es sich bei dem Massenanfall um das Norovirus handeln könnte.

Das Norovirus gehört zu den gefürchtetsten Magen-Darm Erkrankungen überhaupt. Wer sich ihn einfängt, hat tagelang mit Durchfall und Erbrechen zu kämpfen. Das Norovirus gilt auch als besonders tückisch.

+++Norovirus im Harz? Jetzt geht's noch mehr Hotelgästen schlecht+++

Norovirus hat von Oktober bis März Hochsaison

Die Viren wurden 1972 entdeckt und gelten als die häufigsten Erreger von Magen-Darm-Infektionen beim Menschen, heißt es vom Bundesinstitut für Riskobewertung. Die Erreger können beim Menschen zwar das ganze Jahr über auftreten und die Erkrankung auslösen, doch in der Zeit von Oktober bis März hat das Norovirus Hochsaison. Momentan sind wir also mittendrin.

Norovirus-Erreger gerade auf Oberflächen sehr haltbar

Dass das Virus sich vor allem in den Wintermonaten ausbreitet, hat gleich mehrere Gründe. Generell handle es sich beim Norovirus um einen ziemlich stabilen Erreger, der gerade auf Oberflächen extrem haltbar sei, so das Robert-Koch-Institut. Am häufigsten werde der Norovirus von Mensch zu Mensch oder durch Schmier-Infektionen übertragen.

Wer sich also nicht anstecken will, sollte sich sorgfältig die Hände zu desinfizieren und auf allgemeine Hygiene achten. Denn die Magen-Darm Erkrankung ist hochansteckend.

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Der Winter kommt - das Norovirus auch

Norovirus mag es gerne trocken und kalt

Diese Art von Viren mag es gerne trocken und kalt, statt feucht und warm. Darüber hinaus sei die Immunität gegen Erreger bei Menschen im Winter insgesamt geschwächt. Der hohe Verlust von Feuchtigkeit macht eine Infektion mit dem Virus so tückisch. Wie auch andere Erreger löst das Virus starken Brechdurchfall mit einhergehenden hohen Flüssigkeitsverlust aus.

Besonders bei Kindern und Senioren kann der hohe Flüssigkeitsverlust üble Folgen haben.

Erkrankten geht es 60 Stunden nach Ansteckung richtig schlecht

Anders als bei gewöhnlichen Magen-Darm-Infektionen, die mit leichtem Unwohlsein beginnen und sich langsam verschlimmern, geht es den am Norovirus Erkrankten zehn bis 60 Stunden nach der Ansteckung schlagartig richtig schlecht: Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe mit Durchfall, auch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen zählen zu den Symptomen.

Phasenweise kann der Erkrankte nichts mehr bei sich behalten. Nach einigen Tagen jedoch gewinnt die Immunabwehr im Normalfall wieder die Oberhand. Dennoch bleibt der Erkrankte noch eine Weile ansteckend. (mj)