Harz 

Familieneinsatz oder illegale Beschäftigung? Zoll kontrolliert Gaststätte in Goslar

Die Beamten hatten die insgesamt sechs albanischen Mitarbeiter des Restaurants kontrolliert. (Symbolbild)
Die Beamten hatten die insgesamt sechs albanischen Mitarbeiter des Restaurants kontrolliert. (Symbolbild)
Foto: Hauptzollamt Braunschweig

Goslar. Gleich auf sechs Albaner ohne Arbeitsgenehmigung ist der Zoll Göttingen am Donnerstag in einem Restaurant im Landkreis Goslar aufmerksam geworden.

Wie die Beamten am Freitag mitteilten, handelte es sich nicht um einen Zufallstreffer, sondern um die Konsequenz einer vorangegangenen Prüfung: vor einigen Wochen suchte eine andere Behörde die Gaststätte in Goslar auf, woraufhin zwei Mitarbeiter sofort die Flucht ergriffen.

Grund genug für den Zoll die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiter zu kontrollieren. Da dieses Mal durch erhöhten Personaleinsatz auch die Seitentüren überwacht wurden, war an Flucht nicht zu denken und die überraschten Mitarbeiter zeigten sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten kooperativ.

----------------------------

Mehr aus dem Harz:

----------------------------

Zoll Braunschweig ermittelt

Tatsächlich wurden sie auch nach ihren Möglichkeiten in der Gaststätte eingesetzt: zwei von ihnen, die sich auf Deutsch verständigen konnten, arbeiteten im Service, während die anderen vier die Küche betreuten.

"Unabhängig von sprachlichen oder kulinarischen Qualitäten ist die wichtigste Voraussetzung überhaupt eine Arbeitserlaubnis zu haben und die hatten sämtliche Mitarbeiter nicht", erklärt Pressesprecher Andreas Löhde vom Hauptzollamt Braunschweig deren gemeinsames Problem.

Gegen die sechs Albaner wird nun wegen des Verdachts des illegalen Aufenthaltes ermittelt. Über ihren weiteren Aufenthalt in Deutschland wird die zuständige Ausländerbehörde entscheiden, wo sie auch ihre zunächst eingezogenen Pässe zurückerhalten.

Arbeitgeber muss mit Konsequenzen rechnen

Ernste Konsequenzen drohen auch dem Arbeitgeber: zwar hat er eine Aufenthaltserlaubnis für die Bundesrepublik, jedoch drohen ihm Verfahren wegen des Verdachts der illegalen Beschäftigung von Ausländern, des Einschleusens von Ausländern und verschiedene Bußgeldverfahren mit einer Geldbuße bis zu fünfhunderttausend Euro.

Der Gastronom selbst sah noch während der Kontrolle kein Problem, schließlich seien alle Mitarbeiter zumindest entfernt mit ihm verwandt und hätten ihm nur geholfen - darum hätten sie ja auch keinen Lohn für ihre Tätigkeit erhalten. (mvg)