Harz 

Todes-Drama auf dem Brocken – daran starb der Monteur

Rettungskräfte versuchen auf dem Sendemast des Brockens einen Arbeiter zu reanimieren. Nach einer Stunde geben sie den Kampf auf.
Rettungskräfte versuchen auf dem Sendemast des Brockens einen Arbeiter zu reanimieren. Nach einer Stunde geben sie den Kampf auf.
Foto: Matthias Bein/dpa

Schierke/Braunschweig. Jetzt herrscht Gewissheit: Der auf dem Brocken-Sendemast verstorbene Arbeiter ist an Herzversagen gestorben. Das teilte die Staatsanwaltschaft Halberstadt news38.de am Donnerstag mit. Es habe keine Hinweise auf Fremdverschulden oder einen Unfall gegeben, hieß es. Daher werde es auch keine Obduktion geben.

Brocken: Arbeiten in 123 Metern Höhe

Auch das Gewerbeaufsichtsamt bestätigte, dass bei dem Arbeitseinsatz in 123 Metern Höhe alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden. Der 53-jährige Monteur, der am Dienstag auf dem Sendemast auf dem Brocken-Gipfel gestorben ist, sollte eigentlich Arbeiten an der Funkanlage durchführen.

Mann leblos auf Sendemast-Plattform gefunden

Ein Kollege fand ihn am Nachmittag leblos auf einer Plattform. Trotz aller Maßnahmen der mit einem Hubschrauber eingeflogenen Höhenretter und Rettungskräfte der Berufsfeuerwehr Magdeburg kam jede Hilfe für den Mann zu spät. Einen vergleichbaren Fall habe es noch nicht gegeben, so die Staatsanwaltschaft. > Arbeiter verliert Bewusstsein – und stirbt

Höhenretter in Braunschweig

Bei derartigen Einsätzen werden immer Einsatzkräfte der Höhenrettung alarmiert. Davon gibt es auch in Braunschweig mehr als 30. Die Höhenrettungsgruppe ist rund um die Uhr einsatzbereit. Regelmäßig gibt es Übungen.

"Den Ernstfall haben wir zum Beispiel auch schon mal am 'Langen Heinrich' am Heizkaftwerk-Mitte geübt", sagt Höhenretter Chris Lehmann zu news38.de. Mit 198 Metern ist der Schornstein das höchste Bauwerk Braunschweigs.

So richtig hollywoodmäßig sind die Einsätze dann aber nicht: Von oben - also vom Hubschrauber aus - werden die Höhenretter der Feuerwehr Braunschweig nicht abgeseilt. "Wir suchen uns immer den schnellsten und sichersten Weg von unten nach oben, also Treppen oder Aufzüge", so Lehmann.

Notarzt und Patient müssen gesichert werden

Es gelte auch, den Notarzt sicher nach oben zu begleiten. Wobei die Höhenretter aus Braunschweig auch alle mindestens Rettungsassistenten seien und den Menschen im Notfall helfen könnten. Und: "Wenn es am Einsatzort keinen Schutz wie zum Beispiel Mauern gibt, sichern wir den Patienten, den Notarzt und uns immer mit Gurten und Seilen", erklärt Lehmann.

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Das Wichtigste sei die Erstversorgung vor Ort: "Zunächst geht es darum, den Kreislauf des Betroffenen zu stabilisieren", sagt der Höhenretter. Erst dann könne man ihn nach unten transportieren, so Lehmann. Hin und wieder würden Patienten auch abgeseilt.

Die Höhenretter in Braunschweig haben laut Feuerwehr rund 20 bis 30 Einsätze im Jahr. Zum Einsatzspektrum zählen erkrankte oder verletzte Personen in der Höhe wie etwa Kranführer, Tierrettungen in schwer zugänglichen Bereichen oder das Sichern von Dächern bei Sturmschäden, wie erst im März in der Ernst-Amme-Straße.