Harz 

Klimaforscher schlagen Alarm: Harz trocknet langsam aus

Wanderer stehen an der Talsperre Oderteich im Nationalpark Harz. In der Region wird es einer Studie zufolge immer trockener (Archivbild).
Wanderer stehen an der Talsperre Oderteich im Nationalpark Harz. In der Region wird es einer Studie zufolge immer trockener (Archivbild).
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hildesheim. Als Folge des Klimawandels wird es im Harz tendenziell immer trockener. Zu diesem Schluss kommt eine am Freitag veröffentlichte Langzeitstudie der Harzwasserwerke.

Danach gehen die Niederschläge mittlerweile nicht nur in den Sommerhalbjahren, sondern auch im Winter zurück. Frühere Annahmen, dass der Klimawandel im Harz zwar zu trockeneren Sommern, dafür aber zu feuchteren Winter führen würde, hätten sich nicht bestätigt.

Weniger Regen und Schnee im Harz

Denn in den vergangenen Jahren habe es tendenziell auch in den Wintern weniger Regen und Schnee gegeben, als früher. Die Untersuchung, die sich auf Daten aus den Jahren 1941 bis 2018 stützt, wurde aus Anlass des Tages der Daseinsvorsorge am Freitag an den niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies (SPD) übergeben.

Betroffen vom Niederschlagsrückgang sei nahezu der gesamte untersuchte niedersächsische Teil des Harzes, berichtete eine Sprecherin der Harzwasserwerke in Hildesheim. Besonders deutlich sei der Trend dabei rund um das Einzugsgebiet der Sösetalsperre bei Osterode.

Ausgenommen von der Entwicklung sei einzig das Gebiet der Eckertalsperre bei Bad Harzburg. Sie profitiert im Winterhalbjahr davon, dass sie in der Nähe des 1.141 Meter hohen und nach wie vor schneereichen Brockens liegt.

Die Harzwasserwerke betreiben als größter Trinkwasserversorger Niedersachsens sechs Talsperren im Westharz. Aus den Stauseen bezieht das in Hildesheim ansässige Unternehmen den überwiegenden Teil des Trinkwassers. Die Harzwasserwerke arbeiten nach eigenen Angaben an Konzepten, wie sie die Trinkwasserversorgung trotz des Klimawandels sicherstellen können. (ck)