Harz 

Harz: Wirbel um toxische Insekten – "Hier besteht Gefahr für Leib und Leben"

Auf der Höhe der weiße Planen haben sich die gefährlichen Insekten in Ostlutter eingenistet.
Auf der Höhe der weiße Planen haben sich die gefährlichen Insekten in Ostlutter eingenistet.
Foto: Privat

Harz. Ihr Mann wurde bereits gestochen und ihn hat es voll erwischt: Allergischer Schock! Ein Paar aus Ostlutter im Landkreis Goslar ist völlig verzweifelt, denn an ihrem Haus haben sich gefährliche Insekten angesiedelt. Und nicht nur die Familie scheint der Gefahr hilflos ausgeliefert.

Harz: Gefährliche Insekten nisten an Haus

Direkt an der Hauptstraße in Ostlutter haben Hornissen an einem Wohnhaus ein Nest gebaut. Gleich an der Garage am Bürgersteig. Nachdem ihr Ehemann bereits gestochen wurde, hat die Frau nun große Sorge.

„Unseres Erachtens besteht hier Gefahr für Leib und Leben“, schreibt Yvonne. Denn viele Menschen würden die Straße passieren und das Paar kann nicht jeden vor den Insekten warnen. Vielmehr als die gegebenenfalls gefährlichen Stiche, befürchtet Yvonne etwaige Panikreaktionen von Passanten und Verkehrsteilnehmer, wenn sie plötzlich von einer Hornisse angegriffen würden. Und das direkt an der Hauptstraße.

Die zuständigen Behörden seien bereits informiert. Jedoch fühlt sich die Familie von dieser Stelle ziemlich im Stich gelassen.

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Hornissen – das solltest du wissen:

  • Hornissen sind deutlich größer als Bienen und Wespen
  • Ihre Stiche sind schmerzhafter, jedoch NICHT gefährlicher
  • Auffällige, gelb-schwarze Streifenzeichnung
  • Hornissen treten von Frühjahr bis Herbst auf
  • Sie nisten in Höhlungen, etwa unter Dachbalken
  • Eher selten in Menschennähe
  • Stichgefahr: gering

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Hiobsbotschaft für Familie in Ostlutter

Im ersten Kontakt mit dem Ordnungsamt soll es geheißen haben, die Familie solle einen Antrag auf eine Tötung per Sondergenehmigung stellen. Die Bearbeitungszeit läge allerdings bei bis zu sechs Wochen, so schildert es Yvonne.

Am Dienstag folgte dann die Hiobsbotschaft: Die Hornissen müssen bleiben.

Außer sie würden umgesiedelt. Doch die Sache hat einen enormen Haken.

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Kosten für Garage und Umsiedlung

Denn für Familie würde das bedeuten, dass ihre halbe Garage zerstört werden müsse, so Yvonne gegenüber unserer Redaktion. Und noch Schlimmer:

Sie müssten die Kosten von mehreren Tausend Euro dafür selbst tragen.

„So wird hier das Wohl der Hornissen über das Wohl der Menschen gestellt“, beschwert sich die Frau.

Hornissen-Gift: 2,8 Millionen Allergiker in Deutschland

Rund 2,8 Millionen Menschen in Deutschland reagieren allergisch auf Insektenstiche. Sie können einen allergischen Schock auslösen und für Betroffene lebensgefährlich sein, da die Allergie zu einem Herz-Kreislauf-Versagen führen kann, so die Initiative Insektengiftallergie.

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Hornissen vs. Wespen

Demnach ist die Wespengiftallergie ist mit rund zwei Dritteln aller Fälle die häufigste Form der Insektengiftallergie.

Hornissenstiche seien entgegen der allgemeinen Annahme zwar schmerzhafter, aber nicht gefährlicher als Wespenstiche, stellt die Aufklärungs-Initiative klar.

Jedoch ähneln sich die Allergene einer Wespe und Hornisse. Deswegen sollten Allergiker, die bei einem Wespenstich Reaktionen entwickeln auch bei Hornissen dringend vorsichtig sein. (aj, abr, ck)