Harz 

Harz: Vier seltene Kühe sterben an Gift – Polizei geht konkretem Hinweis nach

Bei den verstorbenen Kühen handelt es sich um Rinder der seltenen Rasse „Harzer Rotes Höhenvieh“. (Archivbild)
Bei den verstorbenen Kühen handelt es sich um Rinder der seltenen Rasse „Harzer Rotes Höhenvieh“. (Archivbild)
Foto: imago images / Panthermedia

Langelsheim. Nach dem qualvollen Tod von vier Kühen im Harz sucht die Polizei immer noch nach dem Täter. Konkret sucht sie denjenigen, der illegal Gartenfälle an der Weide der Kühe abgelegt hatte.

Die Abfälle waren teils hochgiftig für die Rinder aus dem Harz. Mindestens vier von ihnen haben davon gegessen – und sind daran gestorben. Eine Obduktion hatte Vergiftung als Todesursache bestätigt.

Polizei im Harz schaut sich verdächtigen Garten an

Bisher hat die Polizei einen konkreten Hinweis bekommen, wie Sprecher Tim Holzhausen news38.de auf Anfrage sagte. „Es wurde eine Person gesehen, die Strauchschnitt abgelagert hat. Dort wurde sogar der Garten begangen und keine Eibe gefunden. Diese Person kommt also nicht als Verursacher in Frage“, so Holzhausen.

Immerhin: Alle anderen Kühe werden wohl überleben. Allerdings muss der betroffene Landwirt noch etwas bangen, weil es ein paar Tage dauert, bis die entsprechenden aufgenommenen Stoffe „verstoffwechselt“ sind. Die verbleibenden Rinder haben unter anderem vorsorglich Kohletabletten bekommen.

Vier seltene Kühe sterben im Harz an Vergiftung

Was war passiert? Unbekannte hatten im Bereich Lautenthal / Teufelsberg, zwischen den Landesstraßen 515 und 516 verbotenerweise Gartenabfälle entsorgt.

Darunter befanden sich auch Eibenzweige - die sind für die Tiere hochgiftig. Zwischen vergangenen Samstag und Montag waren insgesamt vier Kühe verendet.

Landwirt aus Langelsheim droht Existenzverlust

Als wäre diese Tatsache nicht schon schlimm genug, kommt noch hinzu, dass es sich bei den toten Rindern um die seltene Rasse „Harzer Rotes Höhenvieh“ handelt, die auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen steht.

Außerdem muss der betroffene Landwirt um seine Existenz bangen. Zum einen ist ihm ein finanzieller Schaden in Höhe von etwa 7.000 Euro entstanden. Zum anderen hatte er für seine Kühe staatliche Fördermittel bekommen.

Weil der Bestand durch den Tod der vier Tiere jetzt aber unter die förderfähige Anzahl gesunken ist, kann es sein, dass der Landwirt die Fördersumme nicht weiter bekommt.

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Auch deswegen hat er für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgesetzt.

Bei den Gartenabfällen handelt es sich um:

  • abgeschnittene Eibe-Zweige
  • Ahorn
  • Birke
  • Funkie
  • Koniferen
  • Schnitt von Obstbäumen (Rinde mit gelbem Pilz befallen)

Die Polizei Langelsheim bittet um Hinweise zur illegalen Entsorgung der Abfälle unter der Telefonnummer 05326/97870. (ck)