Harz 

Harz: Vier Kühe sterben qualvollen Gift-Tod – Landwirt schildert traurige Details

Bauer Daniel Morick aus den Harz muss den Verlust vier seiner Kühe verkraften. Aber das ist noch nicht alles... Im Interview mit news38.de erzählt er uns von seinem Schicksal und seinen Gefühlen.
Bauer Daniel Morick aus den Harz muss den Verlust vier seiner Kühe verkraften. Aber das ist noch nicht alles... Im Interview mit news38.de erzählt er uns von seinem Schicksal und seinen Gefühlen.
Foto: Daniel Morick

Langelsheim. Nachdem in Langelsheim im Harz vier seltene Kühe vergiftet worden sind (news38.de berichtete), haben wir mit dem betroffenen Landwirt gesprochen.

Für ihn und seine Familie ist der Tod der vier Kühe ein schwerer Verlust. Und das nicht nur wirtschaftlich, sondern auch emotional gesehen. Denn die Tiere gehörten zur Familie, hatten sogar Namen. Zwei von ihnen sollten noch dieses Jahr Mutter werden.

Im Interview verrät uns Daniel Morick aus dem Harz, wie sehr der Gifttod seine Familie belastet.

Herr Morick, wie haben Sie die Tiere vorgefunden?

Ein Freund hatte uns angerufen. Er hatte mit meiner Erlaubnis Pilze auf unserer Wiese gesammelt und die erste tote Kuh entdeckt. Die zweite ist dann eine halbe Stunde später bei unserem Eintreffen verstorben.

Die dritte Kuh hat uns noch angeschaut, nach einem kurzem Angstruf ist sie einfach umgefallen und war tot. Das war am Samstag. Am Montag fanden wir dann bei den Ermittlungen mit der Polizei auf der Wiese die vierte Kuh.

Welche Gefühle löst der Tod der Tiere in Ihnen aus?

Es ist große Trauer, aber auch viel Wut in mir. Es sind für uns Familienmitglieder. Wir mästen die Tiere ja nicht, die dort stehen, sondern wir züchten ihren Erhalt.

Wir haben sogar noch unsere erste Kuh die wir vor Jahren erhalten haben. Sie heißt Hummel, ist 18 Jahre alt und lebt ihren wohlverdienten Ruhestand. Zum Glück auf einer anderen Wiese.

+++ Vier seltene Kühe sterben an Gift – Polizei geht konkretem Hinweis nach +++

Bei uns werden nur die männlichen Tiere geschlachtet, die zur Zucht nicht vorgesehen sind.

Wie alt waren die vier verstorbenen Kühe?

Die vier Kühe waren zwei, zweieinhalb, fünf und zehn Jahre alt. Die beiden Jüngeren sollten in diesem Jahr ihr erstes Kalb bekommen.

Hatten die Kühe Namen? Wenn ja, wie hießen Sie?

Bei uns haben alle Kühe Namen. Sie hießen klein Lila, Hanna, Tea und Fanny.

Wie viele Rinder dieser Rasse haben Sie insgesamt noch?

Wir haben jetzt noch 72 Tiere.

Inwiefern bangen Sie um Ihre Existenz, gibt es dahingehend Neuigkeiten?

Wir sind ein kleiner Betrieb, der nach den Regeln der Natur arbeitet. Wir haben alle Tiere, wenn sie im Stall sind, auf Stroh stehen und füttern nur das was bei uns wächst. Vor zwei Jahren haben wir angefangen, wollten einen Dorfladen eröffnen und kauften ein Gebäude.

Bei den Sanierungsarbeiten stellten wir fest, dass man uns betrogen hatte und die Baukosten liefen uns davon. Das Projekt Dorfladen war dazu gedacht, unsere Tiere so wie regionale Lebensmittel anzubieten.

+++ Bioprodukte rund um die Uhr – hier stehen die Regiomaten der Region +++

Dieses sollte ein Vorzeigebetrieb werden mit einer kleinen Schlachterei, denn es muss nicht immer groß und teuer sein.

Wieso hat das nicht geklappt?

Leider hat uns unsere Hausbank dann auf Grund der höheren Sanierungskosten sitzen lassen und wir suchen nun verzweifelt eine neue Bank. Dann waren da noch zwei Dürre-Jahre, die uns viel Geld gekostet haben.

Zu allem Überfluss werden wir den ganzen Sommer über manipuliert, in dem man unsere Zäune kaputt schneidet, die Kühe aus den Weiden jagt oder sogar mit einem Luftgewehr oder einer Pistole auf ein Tier schießt.

Dies alles trägt dazu bei, dass unser finanzielles Polster aufgebraucht ist. Durch den Verlust der vier Kühe und, dass die anderen wahrscheinlich ihre ungeborenen Kälber verlieren oder es zu Missgeburten kommt, können wir das nicht mehr finanziell abfangen.

Aber das ist ja leider noch nicht alles, Herr Morick.

Durch einen Blitzschlag vor zehn Jahren bin ich schwerbehindert und habe starke Schmerzen. Die Zucht der Tiere hilft mir dabei, mir die Arbeit so einzuteilen, wie ich es schaffe und es reicht zum Leben.

Aber durch den Tod der Kühe könnte das das finanzielle Ende sein. Wer uns helfen möchte, egal in welcher Form, kann sich unter info@harzrind.de gerne bei uns melden.

Wir möchten doch nur mit unseren bescheidenden Mitteln uns, den Menschen um uns herum und der Natur etwas Gutes tun. >> Hier geht's zur Harzrind-Webseite! (fb)