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Harz: Neuer Job für Sigmar Gabriel? Ausgerechnet hierhin könnte es den SPD-Politiker ziehen

Sigmar Gabriel hat offenbar beste Chancen auf den Posten als Cheflobbyist der deutschen Autoindustrie. Der SPD-Politiker setzt sich sowieso schon seit Jahren für deren Belange ein. (Archivbild)
Sigmar Gabriel hat offenbar beste Chancen auf den Posten als Cheflobbyist der deutschen Autoindustrie. Der SPD-Politiker setzt sich sowieso schon seit Jahren für deren Belange ein. (Archivbild)
Foto: imago images / photothek

Berlin/Goslar. Wird Sigmar Gabriel Chef-Lobbyist? Gut möglich, behaupten jedenfalls mehrere Medien.

Demnach ist der frühere SPD-Chef aus dem Harz Favorit für den Chefposten beim mächtigen Verband der Automobilindustrie VDA. Zuvor war die Ex-Staatsministerin im Kanzleramt, Hildegard Müller (CDU), heiß gehandelt worden.

Dass jetzt aber Sigmar Gabriel den Posten bekommt, sei zu „99 Prozent sicher“, soll ein Top-Manager der „BamS“ gesagt haben: „Er ist der Wunschkandidat der Autokonzerne, der Zulieferer und der Familienunternehmen.“

Harz: Geht Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel zum VDA?

Der VDA ist einer der einflussreichsten Lobbyverbände in Deutschland. Sigmar Gabriel ist derzeit noch Abgeordneter des Bundestages für den Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel. Der 60-Jährige aus dem Harz hatte aber angekündigt, sein Bundestagsmandat zum 1. November abzugeben.

Sollte er ab Januar VDA-Präsident werden, kassiert der einstige Top-Genosse laut „BamS“ ein Jahresgehalt von mindestens 600.000 Euro. Innerhalb der SPD stößt der angebliche neue Job auf ein geteiltes Echo.

Geteiltes Echo bei der SPD

„Das wird Menschen stören, da bin ich sicher“, so Norbert Walter-Borjans, Kandidat für den SPD-Vorsitz, gegenüber der „Bild“. Gleichwohl verrate Sigmar Gabriel sein sozialdemokratisches Herz nicht, weil er nicht als Führungsperson der SPD handle.

Aus Sicht von SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil bringt Sigmar Gabriel die Voraussetzungen mit, den Wandel der Autobranche voranzubringen. „Er ist jemand, der als Wirtschaftsminister, als Umweltminister profiliert ist in so einem Bereich“, sagte Lars Klingbeil.

Grüne giften gegen Gabriel

Die Grünen reagieren erwartungsgemäß entsetzt auf die mutmaßlichen Karriere-Pläne von Sigmar Gabriel.

Dieser habe in den vergangenen Jahren immer gegen eine ambitionierte Klimapolitik gewettert, schreibt etwa der grüne Bundestagsabgeordnete Sven Kindler: „Mit dieser Personalie würde die Autolobby weiterhin auf Blockade bei Klima und Verkehrswende setzen.“

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Die Grüne Renate Künast twitterte, dass es für die Autobranche unter Sigmar Gabriel „mit Karacho weiter rückwärts“ ginge.

Kritik kommt auch von FDP-Chef Christian Lindner: „Ich stelle die Frage, ob Herr Gabriel ein geeigneter Repräsentant der Branche ist, wenn er so eng mit einem Konzern verbunden ist“, so Christian Lindner. Damit meint er den umstrittenen früheren Beratervertrag von Sigmar Gabriel bei VW. (dpa/ck)