Harz 

Harz: Forscherin mahnt vor Feuer-Katastrophe – „Es gibt keinen ...“

Droht dem Harz bald ein ähnliches Szenario wie aktuell den Australiern? (Symbolbild)
Droht dem Harz bald ein ähnliches Szenario wie aktuell den Australiern? (Symbolbild)
Foto: imago images / Martin Wagner; Rick Rycroft/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++; Montage news38.de

Erleben wir im Harz bald ähnliche Bilder wie die aus Australien? Vielleicht nicht in derart großem Ausmaße, aber dennoch genauso schrecklich. Denn eine Forscherin warnt eindringlich. Wenn kein Konzept gegen Waldbrände entwickelt wird, könnte der Nationalpark im Harz in diesem Jahr abbrennen – vollständig.

Bereits zu Ostern könnte es erste Waldbrände im Harz geben. Das prognostiziert Prof. Bettina Kietz, Forstwissenschaftlerin der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK). Schuld sei der Klimawandel. 2018 und 2019 war es sehr trocken, es fiel wenig Niederschlag. Deshalb seien im sonst so regenreichen Harz ungewöhnlich viele Bäume abgestorben. Wird es 2020 wieder einen heißen und trockenen Sommer geben, so werden die toten Bäume „wie Zunder brennen“, ist sich Kietz sicher.

Nationalpark im Harz ist schwer zugänglich

Kietz: „Die langanhaltende Dürre und große Hitze haben nach mehreren Stürmen und Käferkalamitäten riesige Mengen Totholz verursacht.“ Auch die trockenen Moore bieten in Kombination mit dem abgestorbenen Holz ein optimales Brennmaterial. Wegen der vielen Hanglagen kann sich ein Feuer im Harz auch schneller ausbreiten. „Das Szenario eines großen Waldbrandes im Harz wäre deutlich schlimmer als beispielsweise in der Heide.“

Auch die Niedersächsischen Landesforste sind besorgt. Sprecher Michael Rudolph: „Die zunehmende Brandgefahr im Harz bereitet uns große Sorgen.“ Schon 2019 gab es wegen der Trockenheit kleine Brände. Nicht nur der Harz, auch Goslar, zum dem Teile des Mittelgebirges gehören, ist in Gefahr.

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Das Fatale: „Es gibt zum Beispiel keinen Evakuierungsplan“, sagt die Forscherin. Auch gibt es kein Konzept, falls es zur Feuer-Katastrophe kommen sollte. Schwere Fahrzeuge können außerdem nicht in den Nationalpark vordringen, um Brände zu bekämpfen. Denn viele Wege wurden im Harz zurückgebaut. Flugzeuge haben es ebenfalls schwer. „Geeignete Hubschrauber sind nur in geringer Zahl und mit erheblicher Vorlaufzeit an einen Brandort zu bekommen“, beteuert Kietz.

Ein Flug über den Nationalpark im Harz

Besucher könnten Katastrophe im Harz auslösen

Die Forscherin prangert auch die Besucher des Nationalparks im Harz an. Denn die könnten eine Feuer-Katastrophe auslösen. „Im Nationalpark gibt es immer wieder Leute, die Wildlife für sich erleben wollen, dort übernachten und sich eine Feuerstelle machen.“

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In Goslar wurde bereits der Arbeitskreis „Waldbrand“ gegründet. Sie wollen ein Konzept für alle beteiligten Kommunen, Landforsten und auch für den Nationalpark Harz erstellen. (mit dpa)