Harz 

Harz: Wanderer schwer verletzt – jetzt folgt der nächste Rückschlag

Wandern im Harz gehört zum ganz normalen Lebensrisiko, urteilte jetzt das Landgericht in Magdeburg. (Symbolbild)
Wandern im Harz gehört zum ganz normalen Lebensrisiko, urteilte jetzt das Landgericht in Magdeburg. (Symbolbild)
Foto: Swen Pförtner/dpa

Magdeburg/Harz. Selbst schuld – so könnte man ein Urteil des Landgerichts Magdeburg zusammenfassen. Demnach wandert man auf dem Hexenstieg im Harz auf eigene Gefahr. Das Urteil dürfte einem Wanderer aus dem Landkreis Friedland so gar nicht gefallen.

Der Mann war auf dem beliebten Wanderweg im Harz von einem umstürzenden Baum getroffen worden – und ist seither querschnittsgelähmt. Er hatte die Stadt Thale verklagt und unter anderem ein Schmerzensgeld von 200.000 Euro gefordert. Die Klage wurde am Mittwoch in Magdeburg abgeschmettert.

Harz: Mann wird von umstürzendem Baum getroffen

Als Begründung hatte der Mann angeführt, die Kommune sei ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen. Der Baum sei deutlich erkennbar abgestorben gewesen und hätte gefällt werden müssen.

Dann wäre es nicht gar erst nicht zu dem Unfall gekommen. Dieser Argumentation folgte das Gericht jedoch nicht.

Gericht schmettert Klage ab

Waldbesucher, die auf eigene Gefahr Waldwege nutzten, könnten nicht erwarten, dass Waldbesitzer Sicherungsmaßnahmen gegen waldtypische Gefahren ergreifen, so die Richter. Nutzer der Waldwege seien in erster Linie selbst für ihre Sicherheit verantwortlich.

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Risiken, die ein freies Bewegen in der Natur mit sich bringe, gehörten grundsätzlich zum entschädigungslos hinzunehmenden allgemeinen Lebensrisiko.

„Würde man eine völlige Gefahrlosigkeit der Wanderwege fordern, müsste man auf reizvolle Routen im Bergland ebenso wie auf einsame Waldpfade im Flachland aus Haftungsgründen verzichten“, urteilten die Richter.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Kläger kann innerhalb eines Monats Berufung zum Oberlandesgericht Naumburg einlegen. (ck/dpa)