Harz 

Harz: Deshalb kreisen zukünftig vermehrt Flugzeuge über dem Gebirge

Ein Förster checkt in der Luft die Daten und hält genau Ausschau. Die Wälder im Harz sollen jetzt von oben überwacht werden. (Archivbild)
Ein Förster checkt in der Luft die Daten und hält genau Ausschau. Die Wälder im Harz sollen jetzt von oben überwacht werden. (Archivbild)
Foto: Philipp Schulze/dpa

Braunlage. Kaum Wasser, viel Sonne, starker Wind, trockenes Holz: Die Waldbrandgefahr im Harz ist so hoch wie selten zuvor!

Deswegen werden die Wälder des Mittelgebirges ab sofort auch aus der Luft überwacht werden. Dies übernehme der Feuerwehrflugdienst, hieß es vom Landkreis Goslar.

Waldbrandgefahr im Harz aktuell besonders hoch

Flugzeuge überwachen gewöhnlich nur waldbrandgefährdete Moor- und Heidelandschaften. „Die Waldbrandgefahr ist in diesem Frühjahr besonders hoch“, sagte Landesforsten-Sprecher Michael Rudolph. „Denn es ist extrem trocken.“

Seit Mitte März habe es im Harz kaum noch geregnet. Die Sonne und der anhaltende starke Wind hätten die Böden zusätzlich ausgetrocknet. Trockene Gräser, die noch nicht von frischem Grün überwachsen sind, seien eine zusätzliche Gefahr. Im Harz gebe es außerdem viel abgestorbenes trockenes Gehölz.

„Erschwerend kommt hinzu, dass angesichts der Corona-Krise immer mehr Menschen in die Wälder kommen“, sagte Rudolph. Dabei komme es auch immer wieder zu Fehlverhalten. Zum Beispiel schmissen Wanderer ihre Zigarettenkippen einfach in die Natur.

Braunlage meldet schon mehrere Waldbrände

So war zum Beispiel an einem Wanderparkplatz bei Braunlage ein Feuer ausgebrochen, dass nach Einschätzung der Polizei von einer glimmenden Kippe ausgelöst wurde. Nur weil die Feuerwehr schnell zur Stelle war, wurde ein größerer Waldbrand verhindert.

Der Nationalpark Harz rief Besucher auch deswegen dazu auf, sehr wachsam zu sein und auch vermeintlich kleinere Anzeichen von Feuer sofort zu melden. Von eigenen Löschversuchen riet Goslars Kreisbrandmeister Uwe Fricke dagegen ab. „Waldbrände können schnell eine so große Geschwindigkeit entwickeln, dass die Flucht vor dem Feuer aussichtslos sein kann.“

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Nach Angaben des Landkreises Goslar wurden im Harz seit Mitte April bereits zehn Vegetations- und Waldbrände registriert. Auch am Freitag brannte es bei Braunlage wieder.

Rund 30 Quadratmeter standen in Flammen, berichtet die Feuerwehr. „Es war nur ein Glücksfall, dass dieses Feuer so schnell gemeldet worden ist. Wäre das Feuer in den angrenzenden Wald gelaufen, wäre ein weitaus größerer Brand entstanden.“ (dpa/ck)