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Real schließt mehrere Filialen: diesen Markt trifft es in unserer Region – Gewerkschaft wütend: „eine ganz bittere Stunde“

Real kündigt Schließung von acht Filialen an – auch der Laden in Goslar soll schließen. (Symbolbild)
Real kündigt Schließung von acht Filialen an – auch der Laden in Goslar soll schließen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Future Image

Düsseldorf/Goslar. Unsere Region verliert eine Real-Filiale!

Der Real-Markt ist einer von acht Standorten, die die SB-Warenhauskette schließen will. Bundesweit gibt es 276 Filialen.

Real schließt Filiale in Goslar

Es trifft die Real-Filiale in Goslar! Deren geplantes Aus wurde am Montag offiziell verkündet – nur wenige Tage nach dem Besitzerwechsel. Schluss in Goslar soll dann im kommenden Jahr sein – wann genau, ist noch offen.

Diese acht Real-Filialen sollen schließen:

  • Berlin-Spandau
  • Bitterfeld-Wolfen
  • Duisburg-Süd
  • Frankenthal
  • Goslar
  • Herten-Westerholt
  • Leißling-Weißenfels
  • Mönchengladbach-Rheydt

Insgesamt treffen die Pläne knapp 700 Mitarbeiter. Zuvor hatte die „Lebensmittel Zeitung“ darüber berichtet.

Real mit neuem Finanzinvestor – und der räumt auf

Der russische Finanzinvestor SCP hatte erst am vergangenen Donnerstag die Kontrolle bei Real von der Metro übernommen. Er will den Konzern zerschlagen und hat bereits den Verkauf von insgesamt 141 Real-Filialen an Kaufland und Edeka vereinbart.

Dabei sollen die Mitarbeiter übernommen werden. „Zudem stehen wir mit weiteren führenden Unternehmen aus dem deutschen Lebensmitteleinzelhandel in teils finalen Verhandlungen, mit dem Ziel, auch hier möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern“, hatte der neue Real-Chef Bojan Luncer betont.

Real in Goslar schließt: Kein Interessent gefunden

Von Anfang an hatte SCP allerdings auch deutlich gemacht, das voraussichtlich rund 30 Real-Filialen mangels Perspektiven geschlossen werden müssten. Für die acht Standorte, die nun bekannt gegeben wurden, habe trotz intensiver Bemühungen kein Interessent gefunden werden können, berichtete die Handelskette. Deshalb bleibe nur die Schließung.

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„Hintergrund für diese Entscheidung war die in allen Fällen schwierige wirtschaftliche Lage aufgrund sehr hoher Verluste in den vergangenen Jahren“, betonte ein Real-Sprecher. „Vor diesem Hintergrund sind die Schließungen dieser Märkte unumgänglich.“ Das Unternehmen werde schnellstmöglich mit den zuständigen Betriebsräten Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan aufnehmen.

Bereits im März hatte Real noch unter dem alten Besitzer Metro die Schließung von sieben Filialen in Bamberg, Deggendorf, Bad Sobernheim, Papenburg, Augsburg, Rheine und in Wildau bei Berlin angekündigt.

Gewerkschaft geht hart mit Metro ins Gericht

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert das Vorgehen hart. „Erst lässt die Metro als vorherige Eigentümern viele ihrer Filialen – so auch die in Goslar – herunterkommen (Parkdeck, Rolltreppe usw.): Dann begeht das Unternehmen Tarifflucht, um die Lohnkosten zu senken und am Schluss werden die Häuser verkauft. Und der neue Investor schließt alles, was ihm unrentabel erscheint oder nicht zu seinen sonstigen Plänen passt“, schreiben die Gewerkschafter in einer Pressemitteilung.

Dazu der zuständige Sekretär von Verdi, Eberhard Buschbom-Helmke: „Eine ganz bittere Stunde für die Familien der betroffenen Mitarbeiter, egal was an Sozialplanansprüchen durch den Betriebsrat noch erzielt wird. Arbeitslosigkeit und die Vielzahl von Billigarbeitsplätzen machen deutlich, was die Kolleginnen erwartet, wenn die Rente noch 10 Jahre oder länger auf sich warten lässt.“Ost-Niedersachsen betroffen sein können.

Er weist darauf hin, dass der neue Eigentümer noch weitere Schließungen angekündigt hat und durchaus auch noch mehr Märkte in Süd- oder Süd-Ost-Niedersachsen betroffen sein können. (dpa/ck)