Harz 

Harz: Horror-Fahrt in Clausthal-Zellerfeld – 9 Menschen teils schwerverletzt!

Der Mercedes bretterte regelrecht durch Clausthal-Zellerfeld (Harz) und kam erst nach 600 Metern zum Stehen.
Der Mercedes bretterte regelrecht durch Clausthal-Zellerfeld (Harz) und kam erst nach 600 Metern zum Stehen.
Foto: Matthias Strauß

Clausthal-Zellerfeld. Horror-Fahrt im Harz!

Bei einer schweren Unfallserie in Clausthal-Zellerfeld (Landkreis Goslar) sind am Dienstagmittag mindestens neun Menschen teils schwer verletzt worden.

Nach ersten Informationen der Polizei waren ein Opel und ein Mercedes hintereinander die Goslarsche Straße in Richtung Stadtmitte gefahren, als der Mercedes das andere Auto rammte.

Harz/Clausthal-Zellerfeld: Opel erfasst Mutter und Kind auf Fußweg

Der getroffene Kleinwagen schleuderte nach rechts über einen Fußgängerweg. Dabei erfasste der Opel eine Mutter (28) mit ihrem einjährigen Kind im Kinderwagen, die auf dem Fußweg spazieren gingen. Sie wurden schwerverletzt.

Doch der Opel Corsa kracht weiterhin gegen einen Verteilerkasten und kommt erst an einer Hauswand zum Stehen. Die 61-jährige Opel-Fahrerin wird in ihrem Wagen eingeklemmt und muss durch die Feuerwehr befreit werden. Auch sie muss ins Krankenhaus gebracht werden.

Für den 80-jährigen Mercedes-Fahrer geht die Irrfahrt indes weiter.

Hier die komplette Irrfahrt von Clausthal-Zellerfeld nachverfolgen:

Mercedes-Fahrer rammt Opel mit vier Insassen

In Höhe der Bäckerstraße wendet ein Einsatzfahrzeug der Bereitschaftspolizei, da die eingesetzten Kräfte den Unfall wahrgenommen haben und Hilfe leisten möchten. Während des Wendemanövers fährt der 80-Jährige seitlich in das Einsatzfahrzeug. Hierbei wird ein Beamter leicht verletzt.

Auch dieses Hinderniss hält den Mercedes nicht auf: Kurz vor der Einmündung Bornhardtstraße fährt der Verursacher dann ungebremst auf einen Opel Zafira auf. In dem Fahrzeug befindet sich eine vierköpfige Familie.

Alle Fahrzeuginsassen, der 49-jährige Vater, die 45- jährige Mutter und die beiden Kinder (12 und 14) werden durch den Unfall verletzt. Sie werden nach rettungsdienstlicher Behandlung dem Krankenhaus zugeführt.

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„Erst nach etwa 600 Meter kam der Mercedes zum Stehen“

Hinter der Bornhardtstraße, auf dem Thomas-Merten-Platz, kommt der Mercedes schließlich nach rechts auf den Gehweg. Hier überfährt er ein Hinweisschild und setzt seine Fahrt auf der Goslarschen Straße fort.

Am Ende der Goslarschen Straße, hinter dortigen Verkehrsinsel, am Übergang zur Telemannstraße, kommt das Verursacherfahrzeug schließlich zum Stillstand.

Der demoliert Polizeibulli verfolgt den Chaos-Fahrer durchgehend, erst jetzt können sie den 80-Jährigen kontrollieren. Er muss ebenfalls ins Krankenhaus. Er hinterlässt einen Schaden in einem hohen fünfstelligen Bereich.

Michael Lepa von der Polizei Oberharz: „Erst nach etwa 600 Meter kam der Mercedes zum Stehen. Die Unfallursache ist noch nicht klar. Wir haben hier neun verletzte Personen, zum Teil Schwerverletzte. Sie wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht."

Goslarsche Straße für mehrere Stunden gesperrt

Die Fahrbahn bleibt für mehrere Stunden zur medizinischen Versorgung der Verletzten und zur polizeilichen Unfallaufnahme gesperrt.

Die Unfallstelle kann über die Straßen „Schalker Weg“ und „An den Eschenbacher Teichen“ umfahren werden. Zeugen, die den Unfall beobachtet haben und sich bisher noch nicht bei der Polizei gemeldet haben, werden gebeten, sich telefonisch mit dem Polizeikommissariat Oberharz (Telefonnummer 05323-941100) in Verbindung zu setzen.

„Ich habe nur das Knallen gehört und danach Kinderschreien“

„Eine Frau mit lag auf dem Rasen und war verletzt und bewusstlos“, schildert ein Zeuge seine Beobachtungen. Ein anderer Mann ergänzt: „Ich habe nur das Knallen gehört und danach Kinderschreien.“ Wie alt und ob das Kind verletzt worden ist, ist aktuell noch unklar.

Einige Anwohner vermuteten zuerst einen Zusammenhang zur Razzia, die am Morgen auf der gleichen Straße stattgefunden hatte (>> hier mehr dazu). Der Hintergrund dafür: Verschiedene Gewaltdelikte, die sich in den letzten Wochen und Monaten ereignet haben sollen. (mb)