Harz 

Harz: Dieser Fund gilt als Sensation! Forscher stellen ihre Entdeckung vor

Katharina Malek (links), Leiterin der Arbeitsstelle Montanarchäologie im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, und Thomas Finkeldey vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie, betrachten Schlägelspuren im Johannesstollen.
Katharina Malek (links), Leiterin der Arbeitsstelle Montanarchäologie im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, und Thomas Finkeldey vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie, betrachten Schlägelspuren im Johannesstollen.
Foto: Eike Bruns/Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie/dpa

Sensation im Harz!

Experten sind in beziehungsweise unter Clausthal-Zellerfeld im Harz fündig geworden.

Harz: Extrem alter Stollen unter Clausthal-Zellerfeld entdeckt

Sie haben einen unerwartet gut erhaltenen mittelalterlichen Stollen entdeckt. Der Fund gilt als Sensation!

Es handelt sich um einen alten Wasserlösungsstollen, einen waagerecht verlaufenden Gang, der Wasser aus dem Berg führte, damit die Bergwerke nicht absaufen.

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Stollen im Harz ist nahezu unbeschadet

Der Stollen dürfte mindestens aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammen, vielleicht sei er noch viel älter, erklärten die Experten des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie. Das Besondere sei, dass er nahezu im Originalzustand erhalten ist!

Er ist durchschnittlich 1,40 Meter hoch und 50 Zentimeter breit. Bis zum Ende des Jahres wollen die Forscher den Stollen gründlich untersuchen. „Aus wissenschaftlicher Sicht bietet sich hier eine einmalige Gelegenheit, den durch die komplette Verfüllung seit Jahrhunderten unveränderten Stollen mit den historischen Arbeitsspuren zu untersuchen“, hieß es.

Dies geschieht mit modernsten, in der Montanarchäologie erprobten Verfahren. Dabei werden Tausende Fotos per Hand aus unterschiedlichen Perspektiven gemacht und mithilfe eines Algorithmus zu einem 3D-Modell gerechnet. Die Experten erhoffen sich dadurch mehr über die Geschichte des Stollens und damit über den alten Bergbau im Oberharz zu erfahren.

Sanierung Schacht Silberkrone
GeoChannel BGR LBEG

Zwar war Existenz des nun entdeckten Johannesstollens bekannt, die vorhandenen Pläne aber waren lückenhaft. Entdeckt wurde er durch einen Bergschaden. Nach einer Tauperiode war im Januar 2019 eine rund 50 Zentimeter tiefe Mulde unter einer Straße entstanden. >> Bergbauer sanieren Schacht – und machen eine unglaubliche Entdeckung

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Grund dafür war der unter dieser Stelle liegende Schacht Silberkrone. Bei Sicherungsarbeiten an diesem von 1668 bis etwa 1700 betriebenen Schacht stiegen Fachleute dann in rund 20 Metern Tiefe auf den Johannesstollen. Dieser soll voraussichtlich noch in diesem Jahr verfüllt und damit dauerhaft gesichert werden.

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Der Oberharz war einst eines der wichtigsten Erzreviere in Deutschland - Eisen, Blei, Kupfer und Silber wurde in vergangenen Jahrhunderten gefördert. (ck/dpa)