Harz 

Wetter im Harz: Schock-Prognose – nie wieder Schnee auf dem Brocken?

Wandernadeljagd statt Snowboardfahrt: Die Touristiker rüsten im Harz immer mehr von Wintersport auf schneefreie Angebote um. Denn in der einst beliebten Wintersportregion wird es gefährlich warm.
Wandernadeljagd statt Snowboardfahrt: Die Touristiker rüsten im Harz immer mehr von Wintersport auf schneefreie Angebote um. Denn in der einst beliebten Wintersportregion wird es gefährlich warm.
Foto: Matthias Bein, dpa

Wernigerode/Goslar. Winter, ade: Auch das Wetter im Harz verändert sich.

So winterlich, wie das Wetter im Harz mal war, ist es eigentlich schon länger nicht mehr. Und das wird wohl auch so bleiben, glaubt man den Meteorologen.

Wetter im Harz: Deutlich weniger Schnee auf dem Brocken

Nach Angaben des Deutschen Wetter-Dienstes (DWD) wurden im Winter vor 20 Jahren noch an 105 Tagen auf dem Brocken Schneehöhen von mehr als 50 Zentimetern gemeldet. Im zurückliegenden Winter war das nur noch an fünf Tagen der Fall, hieß es vom DWD mit Blick auf die jeweiligen Zeiträume zwischen Dezember und März.

Auch die Temperaturen stiegen in den vergangenen Jahren im Harz immer weiter an. Im Januar 2000 haben die Meteorologen im Schnitt minus 3,9 Grad auf dem Brocken gemessen. Im Januar diesen Jahres war es hingegen ganze 3,7 Grad wärmer, sprich nur noch minus 0,2 Grad kalt.

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Es gibt tendenziell also immer weniger Schnee auf dem Brocken. Bleibt der höchste Berg im Harz langfristig sogar ganz schneefrei? Schwer zu sagen, aber auszuschließen ist es wohl nicht.

Wandernadeljagd statt Snowboardfahrt

Die Tourismusbranche im Harz stellt sich schon längst immer mehr auf Angebote ohne Schnee ein. Und tatsächlich: „Stornierungen aufgrund von ausbleibendem Schnee sind selten“, heißt es vom Harzer Tourismusverband. Statt Wintersport stünden in der kalten Jahreszeit ausreichend alternative Angebote bereit.

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Das wartet im grünen Harz auf dich:

  • Bergwerke
  • Tropfsteinhöhlen
  • Schlösser, Burgen und Museen
  • Indoorkletterhallen und -spielplätze
  • Erlebnisbäder, Thermen und Saunen
  • Wildparks
  • Hängebrücke an der Rappbodetalsperre
  • Baumwipfelpfad in Bad Harzburg

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Ein wahrer Hype habe sich auch um das Wandern herum entwickelt, heißt es von einer Tourismusexpertin. Das Projekt „Harzer Wandernadel“ habe mittlerweile rund 220 Stationen im gesamten Harz aufgestellt, an denen Wanderfreunde einen Stempel finden und in ihr Sammelheft drücken könnten. >> Alle Infos dazu findest du HIER!

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Auf die Buchungslage hat der Schneemangel jedoch kaum Auswirkungen. So wurden im sachsen-anhaltischen Teil des Harzes und des Harzer Vorlands im Jahr 2016 noch 2,93 Millionen Übernachtungen nach Angaben des Statistischen Landesamts gezählt. Vier Jahre später gab es bereits 3,34 Millionen Übernachtungen. Auch auf niedersächsischer Seite gehen die Übernachtungszahlen laut Landesamt für Statistik seit Jahren nach oben.

Corona-Pandemie trifft Tourismusbranche mit voller Wucht

Nur die Corona-Pandemie sei ein herber Rückschlag für die Tourismusbranche im Harz, teilte der Tourismusverband mit. Einerseits sei natürlich Verständnis für diese Maßnahmen vorhanden. Jedoch sei die Krise besonders für Gastronomen, Freizeit- und Kulturanbieter sowie Herbergsbetriebe schwierig.

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„Wichtig ist jetzt, dass die versprochenen Soforthilfen die von der Schließung betroffenen Betriebe schnellstmöglich erreichen und dass sie im Dezember wieder öffnen können“, sagte die Sprecherin. Denn die Wintersaison stehe vor der Tür.

Eisstadion Schierke bereitet sich auf Winter-Saison vor

Einige Akteure setzen auch weiterhin auf Wintersportangebote. So liefen derzeit im Eisstadion im Wernigeroder Ortsteil Schierke in Sachsen-Anhalt die Vorbereitungen für die neue Saison auf Hochtouren, wie die Veranstalter online mitteilten. Von Dezember an soll – vorausgesetzt, die Corona-Lage lässt es zu – wieder Schlittschuhlaufen, Eisstockschießen und Eishockey möglich sein.

Zudem gibt es nach Angaben des Harzer Tourismusverbands im gesamten Mittelgebirge, das sich über Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und einen kleinen Teil Thüringen erstreckt, mehrere Alpinskigebiete, Funparks für Snowboarder, Rodelbahnen, Langlaufmöglichkeiten, Winterwanderwege und sogar eine Liftanlage zum Rodeln mit Lastwagenschläuchen.

Neue Skisprungschanze für Braunlage?

Auch die Pläne für eine neue Skisprungschanze im niedersächsischen Braunlage stünden nach wie vor, sagte der Vorsitzende des ortsansässigen Wintersportvereins. Derzeit liefen Anträge auf Fördermittel des Bundes. Das Ziel sei, im Frühjahr 2022 mit dem Bau der neuen Anlage am Wurmberg zu beginnen.

Künftig sollen dort Großveranstaltungen stattfinden und der Skisprungnachwuchs in der Region intensiv gefördert werden – Sommer wie Winter. Scheitere das Vorhaben, könne es sein, dass das Skispringen in Niedersachsen „künftig passé“ ist. (dpa/ck)