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Harz: Kein Wasser, kein Strom! Wer geht denn HIER freiwillig etwas essen?

Harz: Kein Wasser, kein Strom! Wer geht denn HIER freiwillig etwas essen?

Harz: Kein Wasser, kein Strom! Wer geht denn HIER freiwillig etwas essen?

Harz: Kein Wasser, kein Strom! Wer geht denn HIER freiwillig etwas essen?

Das ist der Harz

Herzberg. 

Es ist ein unbeschreiblicher Ausblick: Kilometerweit ist nichts anderes zu sehen als ein weißbedeckter Harz.

Selbst den Brocken kannst du von der kleinen Baude „Hahnskühnenburg“ im Harz erkennen. Doch sie ist alles andere als gewöhnlich: Im gesamten Gebäude fließt weder Strom noch Wasser!

Die Hahnskühnenburg ist die einzige funktionierende Baude im Harz

„Man muss schon ein Idealist sein, um dieses Gebäude ganzjährig zu betreiben“, witzelt Pächter Thorsten Waldmann. Erst im Dezember ging er gemeinsam mit Frau Katja und Partner Dominik Singer den Schritt in die Selbstständigkeit. Bewusst bezeichnet er die Baude weder als Restaurant noch als Gaststätte. „Hier oben ist nicht alles so selbstverständlich wie in einem Restaurant“, sagt er.

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Das ist der Brocken:

  • ist 1.141 Meter hoch
  • und damit das höchste Gebirge im Norden
  • ist extrem beliebt bei Wanderern
  • gehört zu Wernigerode (Sachsen-Anhalt)
  • du kannst mit einer alten Dampflock hoch- und runterfahren

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Das auf 811 Metern liegende Gebäude sei die einzige vollautarke Baude im Harz. Zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert wurde sie als Schutzhütte errichtet. In den 1970er Jahren sanierte der ehemalige Landkreis Osterode als Eigentümer das Gebäude samt des markanten Steinturms und baute einen Gastraum an. Seitdem ist hat sich wenig getan.

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Die neuen Pächter wollen das zusammen mit dem Eigentümer, dem Landkreis Göttingen, Schritt für Schritt ändern. Eine neue Pumpe für das Toilettenwasser aus der Regenwasserzisterne wurde beispielsweise bereits eingebaut, auch neue Lampen wurden installiert. „Vieles geht aber nicht von jetzt auf gleich – erst recht nicht hier oben“, sagt Pächter Waldmann.

Harz: Was essen? Leberkäse und Kuchen teilen sich einen Holzofen

Das mache auch den Charme der Hanskühnenburg aus. Die Fenster des Gastraums eröffnen den Blick auf 40 Zentimeter Schnee, die auch Tische und Bänke bedecken. Beleuchtet und geheizt wird etwa vor allem mit zwei Kachelöfen, da die Photovoltaikanlage auf dem Dach vor allem im Winter nur wenig Strom produziert. Besonderes Essen also: Auch Leberkäse und Kuchen werden in einem der Holzöfen gebacken.

Besonders knapp ist in der Baude aber vor allem Wasser. Pro Woche stehen genau 2.000 Liter zur Verfügung. Um die kostbare Flüssigkeit zu sparen, wird in einer Wäschewanne abgespült. Einmal in der Woche liefert ein spezieller Tankwagen das Wasser.

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Und die Hanskühnenburg ist nicht schlecht besucht! Bis zu 150 Gäste kämen an guten Tagen. Über Wanderwege, Mountainbikestrecken oder im Winter Langlaufloipen finden Interessierte durch dichte Nadelbaumwälder den Weg zu der Lichtung, auf der die Baude steht. „Unsere Gäste suchen die Ruhe hier oben“, meint Waldmann.

Trio pachtet Traum-Baude im Harz für zwei Jahre

Für die drei Pächter ist die Hanskühnenburg ein Nebenjob. „Aktuell arbeite ich an drei Tagen in der Woche hier und an vier Tagen in meinem eigentlichen Beruf“, erzählt Waldmann. Das Trio wird von einer Angestellten unterstützt.

Um die Hanskühnenburg im Harz nach ihren Vorstellungen weiterzuentwickeln haben sie zwei Winter Zeit – so lange ist die Pacht zunächst geplant. Die nötige Ruhe für klare Gedanken finden die Pächter in der Baude allemal. (dpa/red.)